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17. Juni 2007 · TOY-RUN 2007

TOY-RUN 2007 zu Gunsten der Kinder im KiJuB Reichenauerhof


Vorgeschichte



Im Jahr 1998 führte die damalige Benefizfahrt in das Landesjugendheim Waidhofen an der Ybbs und erreichte zumf ersten Mal eine Teilnehmerzahl von über 1000 Fahrzeugen. Die vielen Fahrzeuge, weil unerwartet und unvorbereitet, lösten einen enormen Verkehrsstau in der alten Stadt aus. Die "Stadt der Türme", wie Waidhofen auch genannt wird, aus vielen mittelalterlichen Häusern, mit zum Teil sehr kleinen Fenstern, und engen Gäßchen bestehend, befindet sich in einem engen Tal, das heute nur von ein paar stark frequentierten Bundesstraßen durchzogen wird. Die Schnittpunkte dieser Hauptverkehrswege sind mit beachtlichen Kreisverkehren geschmückt.

Von jenen Kindern und Jugendlichen, die damals im Landesjugendheim untergebracht waren, lebt keines mehr dort. Sie alle haben, zum Teil recht erfolgreich, ein eigenständiges, glückliches Leben begonnen. Der seinerzeitige Heimleiter, Helmut Schnaubelt, verstarb vor wenigen Jahren, und heute wird die Einrichtung von Hofrat Magister Gerti Apfalter geleitet.

Nach Herzogenburg im Zentralraum, Heldenberg im Norden und Hinterbrühl im Süden beabsichtigten die Initiatoren der TOY-RUN auch wieder eine Einrichtung im Westen zu berücksichtigen. Nach so langer Zeit wurde in den Gesprächen immer wieder Waidhofen ins Spiel gebracht, wobei die eingangs erwähnte Verkehrssituation, sowie die damit verbundenen Behördenwege und Genehmigungen, solch ein Unternehmen als undurchführbar erscheinen ließen. Wenn man allein bedenkt, daß sieben verschiedene Bezirkshauptmannschaften von der Strecke betroffen sind, so bedeutet dies sieben Verhandlungstage, an denen bei jeder einzelnen Bezirkshauptmann, Bezirkspolizeikommando, Straßenmeisterei, Verkehrssicherheitsexperten, Verkehrsrechtsexperten, Bezirksbauernkammer, Vertreter von öffentlichen Verkehrsmitteln und Gewerbetreibenden, Fremdenverkehrsverbände, ASFINAG vertreten sind. Die Vorstellung an den Bürokratiekram eines solchen Vorhabens ließ Ernstl die wenigen Haare auf seinem Kopf zu Berge stehen.

Wenn man weiters davon ausgeht, und das ist der eigentliche Sinn dieses Tages, mit den Motorradfahrerinnen und Motorradfahrern zu den Kindern zu kommen und mit diesen Zeit zu verbringen, dann sollte der Tag nicht mit allzu langem Motorradfahren verbunden sein. Natürlich fahren wir alle mit unseren Bikes und genießen es, wenn Günther "GPS" wieder einmal eine tolle, abwechslungsreiche Strecke für die TOY-RUN zusammengestellt hat. Darüber hinaus herrscht sicherlich große Einigkeit, daß das Befahren einer längeren Autobahnstrecke mit dem Motorrad nicht das "Gelbe vom Ei" ist.
Alternativ stand man einerseits vor stundenlangem, genußvollem Motorradfahren auf versteckten Wegen und Landesstraßen mit relativ wenig Zeit für die, von vielen sehr geschätzten, Bühnenprogrammpunkte der Kinder. Als Alternative blieb nur das Benützen der Autobahn samt dem damit verbundenen, erhöhten Sicherheitsrisiko und noch mehr Behördenwege als eingangs schon erwähnt.

Schlußendlich blieb dann noch die zu berücksichtigende Parkplatzsituation für rund 2.500 Motorräder. Sollte man Waidhofen und den Reichenauerhof besuchen, würde dies bedeuten, daß eine dieser wenigen Durchfahrtsstraßen als Parkfläche benützt werden müßte und die Stadt damit von einer Seite des Tales von der Umwelt abgeschnitten wäre.

Und was können die Kinder dafür? Wie soll man dies Kindern erklären?
Es klappt doch, wenn man nur wirklich will.

Mit den eingangs erwähnten Überlegungen wandte sich Ernstl an Personen des öffentlichen Lebens, deren Verständnis und unterstützende Autorität dazu beitrug, daß alle betroffenen und erforderlichen Institutionen gemeinsam zu dem Schluß kamen, daß die begrüßenswerte Initiative von tausenden Motorradfahrerinnen und Motorradfahrern, und schlußendlich auch der Kinder des Reichenauerhofes, nicht an solchen Kleinigkeiten scheitern sollte. Das Vorhaben zusätzlich unterstützend war natürlich auch der Umstand, daß der beabsichtigte Zielort, aufgrund seiner positiven Erfahrung mit den Bikern, äußerst pro-Motorrad-orientiert ist und die vor Ort stattfindende Landesausstellung mit unterstützender Infrastruktur die Sache weiter erleichtern würde.
Ernstls Ansprechpartner von Seiten der Landesausstellung, war Martin Rundstuck, der schon bei der TOY-RUN am Heldenberg seine Erfahrungen mit den TOY-RUN-Bikern gemacht hatte. Martins Aufgabe war die Koordination und der Ablauf aller Konzerte, Aufführungen und Events im Zuge und am Rande der Landesausstellung.

Dies alles war im Winter 2005 die Ausgangssituation.

Das Heim



Das NÖ KiJuB Reichenauerhof gehört seit 1928 zu den NÖ Landesheimen und wurde 2003 mittels Landtagsbeschluss in NÖ KiJuB (Kinder- und Jugendbetreuung) umbenannt. Zuvor hat dieses Haus eine lange Geschichte in der die Familie Reichenauer von Reichenau eine große Rolle spielte. Die Sichel- und Sensenschmiede des Hartpichlhammers wurde bereits um 1870 außer Betrieb gesetzt. Heute noch besuchen Nachkommen der Reichenauer aus der ganzen Welt dieses Haus.

Die Sozialeinrichtung



Im Mittelpunkt steht das Kind, der junge Mensch! Über fünfzig Mitarbeiter/innen sind für die jungen Menschen im Alter zwischen vier und zwanzig Jahren, in zwei großen Bereichen, dem Förderbereich und dem sozialpädagogischen Bereich mit Liebe, Aufmerksamkeit, Zuneigung, Zuwendung, Stützung, Klarheit, Wärme,… engagiert und motiviert tätig.

Insgesamt werden laufend rund fünfundachtzig Buben, Mädchen und Jugendliche betreut. In neun Wohngruppen, zwei davon sind Tagesgruppen und zwei sind Außenwohngruppen, werden die jungen Menschen unter Einbindung von Montessoripädagogik, Waldorfpädagogik, Handlungsforschung,… ein Stück ihres Weges begleitet.

Die jungen Menschen wohnen in hellen freundlichen Räumen. Sie frühstücken in der Wohngruppe (WG), essen in der WG zu Mittag und zu Abend. Sie besuchen die Schulen der Umgebung oder die Landessonderschule, die dem NÖ KiJuB angeschlossen ist.

Die älteren von ihnen sind Lehrlinge in regionalen Betrieben, gehen in weiterführende höhere Schulen oder sind in internen Trainings beschäftigt, welche sie auf die Arbeitswelt vorbereiten.

Jede WG besitzt Wohnzimmer, Küche, Eßzimmer und viele Einzelzimmer, wo genug Rückzugsmöglichkeiten gegeben sind. Ein jeweils eigener Eingangsbereich und eigene Gartenanlagen mit Plauder- und Jausenplätzen und vielen Freizeitmöglichkeiten fördern eine gemütliche und heimelige Atmosphäre. Besucher/innen und Mitarbeiter/innen werden von fröhlichen jungen Menschen herzlich willkommen geheißen. Das positive Miteinander wird von vielen Eltern, Schulen, Obsorgeträgern, Praktikanten/innen, Zivildienstleistenden, Netzwerken,… wohltuend erlebt.

Der Reichenauerhof liegt am Fuße des Buchenberges in waldreicher Umgebung ca. 2 km außerhalb des Stadtzentrums von Waidhofen/Ybbs. 3,6 ha Wald und Wiesen geben den Kindern und Jugendlichen vielfältige Möglichkeiten für Sport und Spiel. Im Wasser des Baches waten, Natur erleben, Normalität fast wie in einer Familie können die jungen Menschen hier erleben.

Zurück zur Ausgangslage



Die ersten Gespräche zwischen der TOY-RUN und den Verantwortlichen des Reichenauerhofes, welchen eine Vielzahl von Zusammenkünften mit der Einrichtungsleitung und den Mitarbeitern folgten, fanden im Mai 2006 statt.

Ab jenem Zeitpunkt, ab dem feststand, daß der Reichenauerhof und somit Waidhofen/Ybbs Ziel der TOY-RUN 2007 wird, wurden etliche Fahrten von Wien ins Mostviertel dazu genutzt Ausrüstungsgegenstände, Geschenke und anderen Kleinkram ins Heim zu bringen, um dort in einem Stadl zwischen gelagert zu werden.

Vorbereitungen und die Tage vor der TOY-RUN



Anhand der von Günther "GPS" erstellten Route, bestehend aus Hin- und Rückfahrt, vorerst ohne Berücksichtigung einer konkreten Parkfläche am Ziel, fertigte Alex eine Fotoserie aus allen neuralgischen Kreuzungspunkten und Weggabelungen an. Fritz "X4" erstellte ein detailliertes, umfangreiches Roadbook, welches mehr als fünfzig Seiten umfaßt. Die jeweiligen Bilder der Kreuzungen waren in diesem Streckenbuch ebenso integriert, wie Informationen zu Kreuzungen, Fußgängerübergängen, Steigungen, Kurven, gefährliche Streckenabschnitte und anderes Wissenswertes. Als diese "Doktorarbeit" in ihrer Erstfassung abgeschlossen war, und daraus erkennbar war, welche Bezirkshauptmannschaften von der beabsichtigten Streckenführung betroffen wären, meldete Ernstl seine Absicht den zuständigen Behörden und kündigte weitere Informationen an.
Nach langem Suchen und Abwägen der jeweiligen Vor- und Nachteile der unterschiedlichen, in Frage kommenden Parkflächen, entschied man sich für die Pocksteiner Allee.
Somit hatten die jeweiligen Bezirks- und Polizeidienststellen im Juni 2006, wenige Tage nach der seinerzeitigen TOY-RUN, die Erstankündigung. Das mediale Echo nach der eben abgelaufenen Benefizfahrt erleichterte die Assoziation zum Thema "Biker für Kinder".

Rund fünftausend hungrige und durstige Teilnehmer sind ein attraktives Kundenpotential für jeden Gastronom, nur unterscheidet sich diese Zielgruppe in vielen Bereichen von herkömmlichen Ausflüglern, die zu Mittag einkehren. Zum einen will man von Seiten der Organisation die Teilnehmer nicht ausschließlich mit Wurstsemmeln und Eintopf verköstigen, sondern ein eingeschränktes aber doch abwechslungsreiches kulinarisches Angebot bieten. Dazu muß man weiters wissen, daß dem jeweiligen Gastronom der Benefizfahrt im Vorfeld die Preisobergrenzen für Speisen und Getränke vorgeschrieben werden. Man erachtet es als zwiespältig, wenn man jemand dazu auffordert, etwas zu spenden, und ihn andererseits, dann am Zielort mit überhöhten Eventpreisen zu schröpfen. Natürlich hat eine Stadt wie Waidhofen, im Gegensatz zu anderen Zielorten, eine Vielzahl von Cafes und Lokalen, die einerseits zwar gerne das große Geschäft machen wollten, andererseits aber weder kapazitätsmäßig in der Lage gewesen wären, die große Personenanzahl zu versorgen, noch bereit waren irgendein kaufmännisches Risiko zu tragen.

Trotz vieler Vorbesprechungen und Berichten von vergangenen TOY-RUNs konnten sich die Stadtväter und Mitarbeiter der Stadtverwaltung das eigentliche Ausmaß einer "Invasion" von Bikern nicht vorstellen, beziehungsweise war ihre Vorstellung weit von der Realität entfernt. Hätte man sich ausschließlich auf lokale Anbieter verlassen, hätten diese jeweils versucht sich die Rosinen aus dem "Geschäftskuchen" zu picken, aber in keinster Weise einen Beitrag, weder für die Kinder noch für die Teilnehmer geleistet. So brachte es anfänglich natürlich böses Blut, als Ernstl bei den Grundsatzverhandlungen darauf bestand, einen Gastronom von auswärts hinzuzuziehen. Martin Teufl, aus dem nahegelegenen Purgstall hat aufgrund seiner Erfahrung als Gastropächter der Wieselburger Messe nicht nur das zur Durchführung notwendige Equipment, sondern auch die personellen Ressourcen. Darüber hinaus hatte er schon im Jahr 1998 und 2003, für die Verpflegung bei der TOY-RUN gesorgt und sowohl er, als auch seine Mannschaft, wußten mit der zu erwartenden Speisen- und Getränkemenge umzugehen.

Insgesamt war die Stimmung zwischen dem Organisationsteam der TOY-RUN auf der einen, der Stadtverwaltung auf der anderen Seite und den Gewerbetreibenden im Bereich des Festplatzes im besonderen, seltsam bis amüsant. Die Stadt selbst unterstützte im Zuge ihrer Möglichkeiten die Bemühungen der TOY-RUN, während der Vorbereitungszeit und hielt sich größtmöglich an die vereinbarte Geheimhaltung. Die Gelbjacken vermaßen den Festplatz, fertigten Skizzen an und hatten etliche Besichtigungstermine bei denen sie von Bevölkerung und den Gewerbetreibenden argwöhnisch beobachtet wurden. Die Anrainer ahnten, daß hier irgend etwas geplant wird, mußten Verkehrsmaßnahmen, welche ein Monat vor der TOY-RUN verlautbart wurden, wie Halteverbote und Fahrverbote zur Kenntnis nehmen, wußten aber nicht den Grund dafür und dann war noch jener Gemeindevertreter, der rasch einen Partner fand um eine Gastrokonzession zu erhalten, blitzartigst einen Schanigarten am Stadtplatz anmeldete und gleichzeitig am meisten gegen den TOY-RUN-Gastronom opponierte. Aber schlußendlich kann man alles unter einen Hut bringen, wenn man nur wirklich will.

Zur sicheren, reibungslosen Abwicklung und zur Annehmlichkeit für die Teilnehmer, aber auch jenen Kindern und Jugendlichen, die an der TOY-RUN-Veranstaltung teilnehmen, sind gewisse Infrastrukur- und Ausrüstungselemente notwendig. Aufgrund der Größe der Gelbjackenmannschaft und den damit verbundenen unterschiedlichen Berufen und Arbeitsplätzen, läßt sich das eine oder andere im unmittelbaren Umfeld zusammenschnorren und ausleihen. Manche Notwendigkeiten, wie zum Beispiel Mobil-WCs hat mit Sicherheit keiner "zufällig" in seiner Garage herumstehen. Auch Tonanlage, Videowall, Heurigengarnituren (in dieser Anzahl!) Bühnen, Gerüste und Ähnliches müssen angemietet oder geliehen werden, was unter normalen Umständen mit entsprechenden Kosten verbunden ist.
Ernstl, Gerda und die gesamte Crew stecken in die Vorbereitungsarbeiten sicherlich etliches Privatgeld, doch diese Erfordernisse würden das Privatbudget übersteigen. Also müssen schon frühzeitig in der Planungsphase potente Unterstützer gefunden oder aber Firmen und Dienstleistungsunternehmen kontaktiert werden, die solche Ausrüstungsgegenstände besitzen. Dann bedarf es eines verständnisvollen Ansprechpartners, den man zunächst erläutert, was die TOY-RUN ist. Hat man dies erreicht und die Aussichten auf kostenlose Bereitstellung von Infrastruktur ist in Aussicht, kommt noch die schwierige Überzeugungsarbeit diesen Personen und Firmen zu erklären, warum sie den Ablauf der Benefizfahrt unterstützen sollen, ohne Gegenleistung und ohne Werbemöglichkeit für ihr Unternehmen.
Da sich die Suche, Kontaktherstellung, Überzeugungsgespräche bis hin zur verbindlichen Zusage sich oftmals über Monate hinwegziehen, muß schon frühzeitig in der Planungsphase der jeweiligen TOY-RUN damit begonnen werden.
Eine weitere Herausforderung besteht darin, den Unterstützern zu erklären, daß diese zur Verfügung gestellten Ausrüstungsgegenstände von ihnen an den dafür vorgesehen Platz transportiert und zur richtigen Zeit aufgebaut werden sollen, denn die Crew der TOY-RUN ist am Tag der Benefizfahrt vollauf damit beschäftigt die Strecke zu sichern und die Teilnehmer zum Festplatz zu lotsen. Außerdem eignen sich Motorräder bekannter Weise nicht, um derartige großvolumige Gerätschaften zu transportieren.

Eine nebensächliche Angelegenheit, die sich jedoch bei genauerer Betrachtung als hartnäckig zu lösen erwies, war der Arbeitstitel unter dem sowohl die weiteren Vorbereitungen als auch die Werbemittel gehandhabt wurden.
Wie seit vielen Jahren bekannt, wird der Zielort erst am Start der Öffentlichkeit und den Teilnehmern bekanntgegeben. Als man seinerzeit den Begriff Reichenauerhof verwendete, war das Internet und das "googeln" noch nicht verbreitet und viele assoziierten damit die Gegend um Rax und Schneeberg.
Waidhofen, als Stadt der Türme weithingehend bekannt, erlaubte keine große Synonymauswahl, und so nahm man schlußendlich die phonetische Version der ersten Silbe WAID, was wie Weide, Wiese zum grasen für Rinder stehen könnte, und aus der Silbe HOFEN wurden einfach der HOF. So ergab sich die Kombination Hofwiese.
Die Gründe für die Geheimhaltung sind vielfältig. Zum einen werden die Spenden am Start eingesammelt, was zur Folge hat, daß man hofft, alle kommen zum Start und beteiligen sich ehrlich an der Sammelaktion. Weiters will man zum Schutz der teilnehmenden Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer vermeiden, daß sich Privatpersonen, die selbst nicht der Bike-Leidenschaft frönen, mit Kind und Kegel, Schwiegermutter, Hund, Videokamera und Digital-Fotoapparat kreuz und quer durch Niederösterreich bewegen, ihren Bürgerkäfig womöglich halb in die Fahrbahn ragend, am Straßenrand abstellen, um ein paar Motorräder zu bestaunen.
Leider gibt es noch immer Menschen, die einerseits Motorräder und ihre Besitzer nicht leiden können, andererseits auch welche, die der TOY-RUN überhaupt nicht wohlgesonnen sind. Mutwillige Verschmutzungen der Strecke, wie sie an so mancher Zufahrtsstraße zu beliebten Bikertreffs immer wieder vorkommen, will man ebenso vermeiden.
Und dann gibt es noch einen Grund, als Beispiel dafür dient das Duo Heinz und Robert.

Die zum Teil amüsante und gleichzeitig fast verschwörerische Beobachtung aller Gegebenheiten entlang der Strecke, unter Berücksichtigung der obenerwähnten Geheimhaltung, gehört auch zu den Vorbereitungsarbeiten in Zusammenhang mit der Strecke. Sei es eine Pferdekoppel entlang der Strecke, deren Besitzer man vorzeitig informieren und warnen möchte, ohne zuviel zu verraten. Rücksichtnehmen auf die sensiblen Tiere, die eventuell durch anhaltendes Motorengeräusch von vorbeifahrenden Bikes verschreckt würden, ohne den Gestütsbesitzern erläutern zu müssen, was die TOY-RUN ist und warum so viele Bikes gerade an seiner Pferdekoppel vorbeifahren.

Sehr oft sind, entlang der Strecke, für die Teilnehmer, Tankstellen vonnöten. Eine besondere Herausforderung ist jedes Jahr solche Tankstellen und ihre Pächter zu informieren, ohne daß über die Tratsch und Klatsch Kanäle der angeschlossenen Cafes die umliegende Bevölkerung informiert ist und sich am Tag der TOY-RUN so viele Schaulustige um die Zapfsäulen versammelt haben, daß für die tankenden Bikes kein Platz mehr übrig ist. Zwar sind alle diese Treibstoffstationen mit ausreichend Sprit versorgt, doch sind Arbeitsabläufe, die sich in den letzten Jahren eingebürgert haben, äußerst kontraproduktiv für das Abwickeln vieler tankwilliger Motorräder innerhalb kurzer Zeit.
Normalerweise fährt ein/e Motorradfahrer/in zur Zapfsäule. Tank befüllen; Motorrad verlassen; zur Kassa gehen; Brieftasche zücken; bezahlen. Während dieses Vorganges blockiert zu meist das herrenlose Fahrzeug die Zapfsäule, und solange die Treibstoffentnahme nicht bezahlt ist, entsteht für nachfolgende Bikes unproduktive Wartezeit. Daher versuchen die Gelbjacken, in oftmals mühevoller Überzeugungsarbeit, die Pächter zu motivieren, für den Zeitraum des vorbeifahrenden Konvois, durch zusätzliche Hilfskräfte, die unmittelbar an der Zapfsäule kassieren, während von der Kassa aus die Zapfsäule rasch wieder freigegeben wird, diese Abläufe flüssiger zu gestalten.

Dann sind noch die Vielzahl von Zeltfesten, Kirtagen, Sport- und Musikveranstaltungen und andere kleinere Events entlang der beabsichtigten Fahrtroute. Solche Lokalereignisse, im ländlichen Gebiet, führen zu einem Besucherstrom, mit, zum Teil enormer, Fahrzeugansammlung, wobei die Autos nicht immer vorschriftsmäßig am Straßenrand abgestellt werden. Dies kann zu erheblicher Behinderung auf der Strecke führen und birgt natürlich enorme Gefahr, wenn der Konvoi plötzliche Ausweichmanöver auf der Fahrbahn vollziehen muß, um an kreuz und quer abgestellten Fahrzeugen vorbeifahren zu müssen.
Kirchliche Messezeiten bei gleichzeitigem Vorbeiführen der Strecke an Gotteshäusern, zum falschen Zeitpunkt, können dazu führen, daß der jeweilige Kirchenvorplatz mit einer Vielzahl von Personen bevölkert ist, die just zu diesem Zeitpunkt, wenn sich die Motorradkarawane vorbeischlängelt, von spirituellen Gedanken beseelt zu durstigen Seelen am Wirtshausstammtisch mutieren.
All diese Vorbereitungsarbeiten erfordern eine gewisse Gratwanderung zwischen Geheimhaltung und Information, Aufklärungsarbeit und Verschwiegenheit.

Freitag, 15. Juni 2007



In den frühen Vormittagsstunden erfüllte der Lärm von zwei LKW-Sattelzügen die Innenstadt von Waidhofen. Siebenhundert Heurigengarnituren, auf Paletten gestapelt, wurden herangeschafft. Aufgrund von parkenden Autos auf dem oberen und unteren Stadtplatz, sowie dem geschäftigen Treiben im Umfeld, war schon die Zufahrt eine enorme Herausforderung. In freie Parklücken, wo sonst PWKs stehen, wurden die einzelnen Paletten mit den daraufgestapelten Heurigengarnituren gestellt, um die Trucks so rasch als möglich aus der Innenstadt wieder heraus zu manövrieren. Hierbei war die hilfreiche Unterstützung des lokalen Bauhofes, mit seinem Gabelstapler, eine enorme Erleichterung. Gerätschaft zur Kühlung und Kühl-Lagerung der Getränke wurden zum Freisinger Berg geliefert. Der Freisinger Berg ist jene abgeschrägte Straße, die den oberen und unteren Stadtplatz verbindet und auf dem sich am Tag der TOY-RUN die Gastro-Station mit insgesamt siebenundvierzig Meter Länge, durch Zelte geschützt, erstrecken sollte.

Zur selben Zeit wurden in Wien von der Crew zwei LKWs beladen. Einerseits sollten jene großvolumigen Spielsachen und Geschenke, die Teilnehmer in den Wochen zuvor schon bei Ernstl abgegeben haben, nach Waidhofen transportiert werden, andererseits mußten die Crew-eigenen Ausrüstungsgegenstände zum Zielort geführt werden. Dazu gehörten Absperrbänder, Transparente, Rechenmaschinen, Verlängerungskabel, Plakatständer, Spendenboxen, Getränke für die Crew und die für die Moral der Truppe besonders wichtige Kaffeemaschine, zwei Partyzelte für den INFO-Tisch, Computer, Leitern, Tische und Stühle, Verpackungsmaterial und viel notwendiger Kleinkram.

Der zweite LKW wurde mit allen Ausrüstungsgegenständen beladen, die für den Startplatz vorgesehen waren. Daneben wurden auch die Erinnerungs-Shirts eingepackt. Und alle vorreservierten Kappen, Aufnäher, Sweater und Leibchen, zwecks reibungsloser Abholung, einzeln verpackt und beschriftet.
Das Interesse der Medien war dieses Jahr, im Verhältnis zu den vergangenen TOY-RUNs, besonders hoch und so läutete im Hauptquartier der Gelbjacken ständig das Telefon. Diverse Ankündigungen in Zeitungen, aber speziell im Radio weckten Interesse und viele Motorradfahrer/innen deckten sich mit Details ein, welche die Medien aufgrund ihrer Kurzmeldungen nicht vermitteln konnten.
Einige Gelbjacken machten sich mit ihren Motorrädern auf, um die Strecke auf eventuelle neue Baustellen und andere unvorherzusehende Einschränkungen abzusuchen, und um sich die Strecke und die Kreuzungspunkte noch ein letztes Mal einzuprägen. Andere führten Botenfahrten innerhalb Wiens durch.

Für diesen Freitag, mit seinen unterschiedlichen Aufgaben, hatte sich ein Teil der Crew eigens einen Urlaubstag genommen. Wenn man sich ein gemeinsames Ziel gesetzt hat und jeder einen kleinen Beitrag leistet, kann man schon einiges bewegen - wenn nur der Wille vorhanden ist.

Am Nachmittag verhinderte ein heftiges Gewitter weitere Vorbereitungsarbeiten. Dieser nicht prognostizierte Wetterumschwung beunruhigte alle, an den Vorbereitungsarbeiten Beteiligten, war doch für das bevorstehende Wochenende absolutes Schönwetter angesagt.

Samstag, 16. Juni 2007



Schon am frühen Morgen begann die Gastromannschaft mit dem Aufbau ihrer Essensstationen, ein Provisorium zur Wasser Zu- und Ableitung wurde installiert, die Stromversorgung für alle Küchengeräte wurde aufgestellt und das gesamte Stromnetz einer mehrfachen Maximalbelastungsprobe unterzogen, um sicherzustellen, daß am Tag der TOY-RUN, mitten im ärgsten Trubel von Hungrigen, nicht der Herd kalt und der Eiskasten warm werden würden.
Auf den Flächen, die für die TOY-RUN vorgesehen waren, waren zum Teil schon Halteverbotstafeln aufgestellt. Dies betraf aber nicht den gesamten oberen Stadtplatz, da die Kaufleute ihren Geschäftsgang nicht gestört wissen wollten.
Bei der letzten Transportfahrt von Wien nach Waidhofen wurden die letzten Ausrüstungselemente mitgenommen. Während sich viele Gelbjacken beim Hauptquartier in der Fröhlichgasse trafen, um gemeinsam zum Zielort zu fahren, unterzog Fritz "X4" die Strecke einer letzten Begutachtung, in Hinblick auf etwaige Fahrbahnverschmutzungen, durch den heftigen Regen des Vortages beziehungsweise Landmaschinen, die nach der Feldarbeit Erde, Schmutz und Sand auf die Straße brachten.
Günther "GPS" und Jurek fuhren mit einem Kleintransporter die Route ebenfalls ab. Auf der Ladefläche befanden sich hunderte gelber Holztafeln, welche die beiden entlang der Strecke, am Straßenrand einschlugen. Dies sollte Unterstützung für jene Teilnehmer am darauffolgenden Tag sein, welche den Anschluß verpaßt haben, beziehungsweise nach einer überflüssigen Zigarettenpause den Konvoi außer Sichtweite verloren haben.
Das dritte Team, es bestand aus Harald, Hans und Walter, war unterwegs, um mittels besprühten Leintüchern, entlang der Konvoi-Strecke auf bevorstehende Tankstellen hinzuweisen. Dabei bemühten sie sich, zusätzliche Informationen für die Teilnehmer zu affichieren. Wie zum Beispiel, verbleibende Streckenkilometer bis zum Ziel oder die geschätzten Kilometer bis zur Rückankunft in Wien. Dies sollte den Vorbeifahrenden die Entscheidung über den richtigen Zeitpunkt des Tankens erleichtern.

Karin, Gabi und Ernstl hielten im Hauptquartier, zwischen Telefon, Fax, e-Mail und Handys die Stellung.

Eine große Motorrad-Zubehörartikel-Kette eröffnete in Wien an diesem Morgen mit einem großen Fest ihr Flagship-Store. Dies wurde als gute Gelegenheit empfunden, noch am letzten Tag für die Teilnahme an der TOY-RUN zu werben, und so machten sich Franz, Barbara und Uli, mit Info-Material bewaffnet, ans Werk.

Auf dem großen Parkplatz spielten mehrere Bands und das Rahmenprogramm wurde um die Mittagszeit unterbrochen, um einige Motorradartikel zugunsten des TOY-RUN-Spendenkontos zu versteigern.

Zur selben Zeit in Waidhofen



Über 50 Gelbjacken trafen um ca. 11 Uhr im Kinderheim Reichenauerhof ein. Nach kurzer Kaffeepause wurden all jene Gegenstände, die in den Monaten zuvor hier im Geräteschuppen waren, in mehreren Autofahrten vom Heim zum Festplatz transportiert.

Martin und sein Gastroteam hatten um die Mittagszeit ihre bis dahin eingeplanten, Vorbereitungs- und Aufbauarbeiten abgeschlossen. Mit vierzehn Personen traf er um 13 Uhr am oberen Festplatz auf die von Gerda angeführte Truppe von Gelbjacken, die mit Verstärkung von fünf Jugendlichen aus dem Reichenauerhof gekommen war. Ziel war es ab 13 Uhr, jenem Zeitpunkt, ab dem der Aufbau von der Stadt bewilligt worden war, loszulegen. Dazu sollte am oberen Stadtplatz, vor dem Schloßtor, die Bühne aufgestellt werden und die langen Reihen der Heurigengarnituren in Position gebracht werden.
Zuallererst mußte die Entscheidung über die richtige Positionierung der drei Videowalls getroffen werden, was sich als besonders schwierig herausstellte. Es war die Absicht, aufgrund der länglichen Form des Festplatzes, daß alle Teilnehmer das Bühnenprogramm verfolgen könnten, auch wenn sie keinen unmittelbaren Blick die Bühne hätten.

Die Exekutive der Stadt Waidhofen war derart hilfsbereit, daß sie sich sogar die Mühe machte, jene Besitzer von Autos, die die Aufbauarbeiten blockierten, ausfindig zu machen und zum Wegfahren zu bewegen. So hielten sich diese Art von Verzögerungen in Grenzen.

Im ehemaligen Tourismusbüro der Stadt, welches sich im Erdgeschoß des Stadtturmes befand, richteten sich die Gelbjacken ein Büro ein. Dieses Büro wurde gereinigt und für die Video- und Bilderfassung der Crew eingerichtet. Hier wurde auch die Kaffeemaschine aufgestellt, denn bei den Gelbjacken, so scheint es, geht ohne das schwarze Gebräu gar nichts. Und so hatten viele Gelbjacken ihr persönliches Kaffeehäferl.

Just zu dem Zeitpunkt, als die Aufbauarbeiten beginnen sollten, war eine Beerdigung in der Kirche hinter dem Festplatz im Gange und der Beginn der Aufbauarbeiten mußte verzögert werden. Andernfalls wäre der Trauerkondukt nach Verlassen der Schloßkirche vor einer Barriere aus Bühnenelementen und vielen Stapeln von Heurigengarnituren gestanden. Nachdem man das Ende der Trauerfeierlichkeiten abgewartet hatte, inzwischen war es 14.45 Uhr, ging es mit hohem Tempo ans Werk.

Diese Arbeit dauert, wie man sich vorstellen kann, mehrere Stunden und so wurden die Aufgaben an Bühne, Sitzgelegenheiten und Videowalls zeitgleich von mehreren Gelbjackengruppen bewerkstelligt.

Dabei genügte es nicht, nur Bänke und Tische aufzuklappen und einfach hinzustellen, sondern es wurden mittels vorbereiteten, mitgebrachten Distanzhölzern die vorberechneten Abstände eingehalten. Darüber hinaus mußte darauf geachtet werden, daß alle Tischreihen nicht nur zueinander, sondern als Gesamtes, im richtigen Winkel zum Hauptplatz stehen, sodaß schlußendlich die vorgegebenen Sicherheitsabstände und die behördlich vorgeschriebenen Flucht- und Rettungswege und Durchgänge gewährleistet sind. Siebenhundert Tische und vierzehnhundert Bänke wurden aufgeklappt, wobei der Klang des einrastenden Metalls der Klappmechanismen jeweils knallartig von den Fassaden der alten Häuser widerhallte.

Vor dem Tourismusbüro wurde mit zwei Partyzelten ein Info-Stand der Gelbjacken aufgebaut und das Roadie-Team von Josy begann die Bühne aufzubauen. Transparente wurden aufgehängt, Müllsäcke und Aschenbecher vorbereitet. Am Ende war fast alles für den morgigen Tag vorbereitet.

17:00 Uhr
Zwischenzeitlich war der Bühnenaufbau so weit fortgeschritten, daß die mitgebrachten Kartons entfaltet und zu Schachteln geklebt werden konnten. Aus den einzelnen Kartons wurden, übereinander geschlichtet, Regalwände aufgebaut.

Kabelverbindungen zwischen den einzelnen Videowalls waren verlegt worden und eine große Videowall bildete die [Rückwandtoy070495.jpg] der Bühne.
In die Kartonregale wurden die, schon vorabgelieferten, Geschenke und das Spielzeug wurde drapiert.

Die Tischreihen standen den Platz füllend, alles war bereit, von den WCs bis zu den Wegweisern. Zufrieden gönnten sich die Gelbjacken ein Eis und betrachteten ihr vollbrachtes Tageswerk, fanden dabei hier und dort noch eine kleine verbesserungswürdige Angelegenheit, bis schlußendlich um 19:00 Uhr alles fertig war.

Müde, aber zufriedenen und euphorisch gelaunt, traten die Crew-Member ihre Heimfahrt an. Nachdem der Festplatz fertig war, waren alle davon überzeugt, daß der folgende Tag erfolgreich werden würde, sofern Petrus mitspielen würde.

Der Samstag Abend brach herein und die Nacht senkte sich über die Stadt Waidhofen. Die diversen Aufbauten im Zentrum warfen zum Teil bizarre Schatten auf das Kopfsteinpflaster. Während am darauffolgenden Tag die Invasion der Motorradenthusiasten erwartet wurde, bevölkerten an diesem Abend zahlreiche Freunde der volkstümlichen Schlagermusik die Innenstadt. Nachdem die Gruppe "Die Paldauer" an diesem Abend auftraten und man nicht vorhersehen konnte, ob nach Ende der Veranstaltung heimtanzende Besucher womöglich über aufgestellte Heurigengarnituren stolpern würden, wurde von Seiten der Landesausstellungs-Organisation ein eigener Wachdienst organisiert.
Derselbe Wachtrupp sollte am darauffolgenden Tag im Bereich der aufgestellten Motorräder sein, während deren Besitzer am Festplatz verweilten.

Für die Gelbjacken ist der Tag der TOY-RUN ein besonders langer, erfüllt mit vielen Aufgaben, welche gewissenhaft und in der richtigen Reihenfolge zu erfüllen sind. Eine kleine Vergeßlichkeit, wenn man allein mit dem Bike unterwegs ist, ist kein großes Malheur. Wenn aber die eigene Aufgabe eventuell Auswirkungen auf den restlichen Tag, die zeitliche Abfolge oder womöglich auf Teilnehmer hat, ist das schon schlimmer. So mancher Spickzettel am finsteren Morgen, wenn die Augen noch schlaftrunken sind, kann da hilfreich sein.
Später, wenn man als Gelbjacke seine Kreuzung auf der Hinfahrt sichert, und eine weitere Kreuzung auf der Rückfahrt zu bewachen hat, und das eigene Moped nicht ausreichend Tankvermögen für Hin- und Rückfahrt besitzt, dann darf man auf keinen Fall so eine unwichtige Kleinigkeit wie das Tanken dazwischen vergessen. Auch in der prallen Sonne des hellichten Tages ist hier ein Spickzettel an sichtbarer Stelle vor der Weiterfahrt nützlich. Auch solche "Banalitäten" wurden am Tag vor der TOY-RUN noch erledigt.
Mit solchen Gedanken schlief so manche(r) TOY-RUNner ein.

DIE TOY-RUN 2007


Sonntag 17. Juni 2007



Als um 3.30 Uhr der Radiowecker sich einschaltete und fast gleichzeitig das, als Sicherheitsreserve aktivierte, Handy zu klingeln begann, war es mit der kurzen, unruhigen Nachtruhe vorbei.
Wecker ausschalten, ins benachbarte Zimmer eilen, dort den Mobiltelefon-Summton deaktivieren und nichts wie raus auf den Balkon. Der nasse, dunkle Gehsteig war der erste unangenehme Indikator, gefolgt vom Klatschen der Regentropfen auf die Blätter des riesigen Kastanienbaumes. Das knurrende Mahlwerk der Kaffeemaschine glich dem innerlichen Groll im Magen über den Regen, der da draußen fiel. Wieder einmal eine TOY-RUN, die mit Schlechtwetter beginnt.
Das Gesicht im Badezimmerspiegel kaum wahrnehmend, ob der kleinen Augen, begann der Versuch sich unfallfrei die Zähne zu putzen. Während draußen das Wasser, von der Natur lange herbeigesehnt, vom Himmel fiel, prasselte es aus der Dusche auf den Körper. Rein in die Klamotten, jetzt nur ja nicht irgend etwas zu Hause vergessen. Helm, Nierengurt und was man sonst noch alles brauchen könnte …
Nein, die Regenkombi bleibt zu Hause.
Helm aufsetzen, Moped starten, ab zum Parkplatz der SCS.
Es nieselt und tröpfelt weiterhin und der Staub auf der Fahrbahn, durch den Regen gebunden, bildet einen schmierig schlitzigen Film. Aufpassen!

04:40 Uhr:
Obwohl für 5 Uhr vereinbart, fanden sich fast alle Gelbjacken schon am Startplatz ein, der bis auf einige, vereinzelt und einsam stehende, Autos leer war. Die Enttäuschung ob des Wetters war in den Gesichtern der Crew erkennbar und der wohl meistgebrauchte Begriff in den folgenden zwanzig Minuten war "MeteoroLÜGEN". Checklisten durchgehend, die Ausrüstung aus den Kleintransportern ausladend, wurrlte es auf dem dämmerungsgrauen Parkplatz des Einkaufszentrums. Die hellen Reflektoren auf den Signaljacken bildeten gut sichtbare Lichtstreifen. Otto, jener Gastronom, der seit der allerersten TOY-RUN jedes Jahr für die morgendliche Versorgung mit Kaffee, Energydrinks und frischem Gebäck sorgt, hatte sich schon zwei Stunden zuvor an einem Eingang des Einkaufspalastes postiert. Aus jeweils drei Einkaufswagerln, einen fahrbaren Verkaufsstand bildend, harrten seine Ladies auf die ersten Teilnehmer. Die Mannschaft der Transportbegleiter mit ihren Fahrzeugen war schon Vorort. Auf den Dächern ihrer Einsatzfahrzeuge zeigten LED-Anzeigetafeln sowie blaue Drehlichter in den Wolken verhangenen Himmel. Walter, Wolfgang und die ersten Sanis auf ihren Motorrädern waren auch schon da. Gemeinsam mit weiteren Kollegen auf Bikes, sowie einigen Einsatz-PKWs und Krankentransportautos, sollten sie an diesem Tag für rasche Hilfe sorgen, falls jemand zu Sturz käme oder andere Blessuren hätte.
Die Gelbjacken stellten ihre Motorräder entsprechend eines ausgeklügelten Systems an verschiedene Stellen auf der gesamten Parkfläche verteilt. Dort sollten die Fahrzeuge, wenn die Teilnehmer mit ihren Bikes um 9 Uhr zur großen Fahrt starten, optimal zur Bewältigung der Strecke positioniert sein.
Das anfängliche Geraunze und der Frust über das Wetter endete schlußendlich in gegenseitigem Mutzusprechen und die Crew kam zu dem Schluß: selbst wenn es den ganzen Tag regnen würde, alles geht, wenn man nur will.

Zuerst gab es eine kurze Abstimmung mit den Fahrern der Begleitfahrzeugen, im Anschluß daran rottete sich die Crew der Gelbjacken noch einmal zusammen. Bei dieser Einsatzbesprechung stellte man fest, daß die Mannschaft doch nicht vollständig am Start eingetroffen war.
Ernstl bekam einen unangenehmen Telefonanruf, daß "NoFear-Max", eine seiner Gelbjacken, sich wahrscheinlich verspäten wird.

Nachdem Max später am Parkplatz der SCS eingetroffen war und nach einem Gespräch mit Ernstl, waren beide sich einig, daß "NoFear" nicht gleichzusetzen ist mit "No Verantwortungsbewußtsein". Max ließ sein Bike am Startplatz zurück, und unterstützte ab diesen Zeitpunkt Manfred, seinen Dad, bei der Sicherung des Konvois mittels Begleiter-Auto und bei Film-Aufnahmen.

Da die WC-Anlagen eines amerikanischen Fastfood-Restaurants, nicht für den Ansturm ausreichen würden, hatten die Initiatoren Mobile WC's organisiert. Diese wurden an die dafür vorgesehenen Plätze mittels Hubwagen transportiert.
Heurigentische wurden vor einem Klein-LKW aufgestellt und die vorreservierten Erinnerungs-Shirts wurden bereitgelegt.
Gleich nebenan stand der Spielzeug-LKW für den Fall, daß Teilnehmer mit größeren, schwer zu transportierenden Geschenken kommen würden. Mit dem Transporter würde gewährleistet sein, daß alle Spielsachen ihr neues Zuhause, den Reichenauerhof, noch am selben Tag bequem erreichen würden.

Noch bevor die Mannschaft mit ihren Vorbereitungen fertig war kam Hans, der erste Teilnehmer um 4:50 und wurde mit frenetischem Applaus begrüßt. Während er sich mit seiner Regenkombi abquälte, erläuterte er den Grund für sein frühes Erscheinen. Er hatte mit seinen Kollegen gewettet, daß sein Fahrzeug als erstes hinter Ernstls stehen würde. Der Rest der Hardcore-TOY-RUN-Teilnehmer, schloß sich ihm um 5:30 an, kurz nachdem der Erstankömmling seine Lenkerschleife erhalten hatte. Ihre Fahrzeuge und die Kleidung war, wie auch in den vorangegangenen Jahren, der TOY-RUN entsprechend mit vielen Toys geschmückt und beschriftet.

Die alten Briefträgertaschen umgehängt, mit Lenkerschleifen, Heftmaschinen und entsprechenden Klammern bewaffnet, begab sich auch die Kassiermannschaft auf ihren Platz.
Um ca. dreiviertel sechs, kurz nach der letzten Mannschaftsbesprechung hörte es auf zu tröpfeln, wenn auch der Himmel weiterhin Wolken verhangen war.

Ein Teil der Crew begab sich zu den entlegensten Punkten des riesigen Areals, um Zufahrten zu sichern, zu sperren oder ankommende Teilnehmer weiterzuleiten.
Das amerikanische Fastfood öffnete pünktlich um sechs Uhr seine Pforten und man kann sich nur schwer ausmalen wie köstlich ein labbriger Hamburger mit lauwarmen Gurkerl schmecken kann, wenn jener Sonntag Morgen, auf den man sich seit Monaten gefreut hatte, mit Frust und Schlechtwetter erfüllt ist.

Die Filmcrew rund um Otto, die den gesamten Tag auf DVD bzw. Video zu bannen beabsichtigte, traf ein. Während die ersten Teilnehmer die Kassierstraße passierten fielen immer wieder, für kurze Zeit, Regentropfen vom Himmel. Es schien als ob sich Petrus nicht entscheiden könne, welches Wetter er für diese fünfzehnte TOY-RUN spendieren würde.

Einige Teilnehmer schützten mit Regenschirmen, die auf den Motorrädern montierten Plüschfiguren, während andere mit einer Abdeckhaube das ganze Bike samt Geschenken zudeckten.

Aus dem Wiener Rathaus, von der Tontechnikabteilung, kamen drei Mitarbeiter, samt ihrem Equipment zum Startplatz an. Sie würden an diesem Morgen für jene Technik sorgen, mit deren Hilfe man die erhoffte große Anzahl an Teilnehmern, zu informieren beabsichtigte. Da die elektronische Gerätschaft äußerst Feuchtigkeits- empfindlich ist, war die Standortauswahl der einzelnen Komponenten recht schwierig. Die zum Betreiben erforderliche Stromversorgung einerseits, ständige Windböen gepaart mit Echoeffekten, die das Einkaufszentrum erzeugte und die räumliche Aufteilung der unterschiedlichen Lautsprecherboxen, war nicht einfach zu koordinieren.

Schlußendlich wurden Entscheidungen von Fachleuten getroffen, sodaß alle Anwesenden, Gelbjacken ebenso, wie die bereits Vorort eingetroffenen Teilnehmer, zufrieden waren.
Es geht ja, wenn man will.
Die Rathausmitarbeiter legten die richtigen Positionen fest, sodaß die Durchsagen nach kurzem Soundcheck optimal verständlich waren. Auch Petrus hat sich für Sonnenschein entschieden, doch ließ er nur langsam den Temperaturregler nach oben klettern und den Feuchtigkeitsregler ebenso zögerlich nach unten sinken. Zwar war der Asphalt noch naß, hie und da gab es größere Wasserlachen, aber langsam wurde Petrus' Entscheidung zu Gunsten der Kinder auch für die Erdenmenschen spürbar.

Um den Zustrom aus den verschiedenen Richtungen besser koordinieren zu können und den Ansturm bei den Kassierstraßen gleichmäßiger zu steuern, hatten die Gelbjacken ein ausgeklügeltes System entwickelt. Einerseits sollten alle Teilnehmer die Möglichkeit des Betankens ihrer Motorräder haben, gleichzeitig jeder einzelne durch Gelbjacken persönlich willkommen geheißen werden, und schlußendlich der Strom an Fahrzeugen sinnvoll kanalisiert werden.

Schon viel früher, noch bevor der erste Teilnehmer gekommen war, kam Swen einer der Gelbjacken bei der Fahrt über die Zufahrtsrampe, auf der Brücke ins Schleudern und legte sein Motorrad um. Während seine Kollegen versuchten den langsam anschwellenden Knöchel zu versorgen, dachten alle noch, daß die Ursache für diesen Ausrutscher an der nassen Fahrbahn und am euphorischen Übereifer lag. Als in weiterer Folge ein Teilnehmer an selbiger Stelle zu Sturz kam, stellte man fest, daß ebendort eine Ölspur, unter der Regenfahrbahn verborgen, war. Mangels vorhandenen Sandes informierte man umgehend die Feuerwehr, damit diese die Fahrbahnverschmutzung binden solle und gleichzeitig postierten sich zwei Gelbjacken vor der Gefahrenstelle, um später Ankommende vor der Tücke zu warnen. Dies hielt etliche Einspurenthusiasten nicht davon ab nach dem warnenden Winken der Gelbjacken demonstrativ die Motoren aufzuziehen, um mit dem Geräusch bei den am Parkplatz schon Wartenden, Eindruck zu schinden. Was zur Folge hatte, daß bis zum Eintreffen der Feuerwehr aus Vösendorf noch weitere Mopeds ins Schlingern kamen.

Aus Schwechat kam ein großes Feuerwehrfahrzeug mit ausfahrbarer Plattform zur Shopping City. Der Fahrzeugkommandant, schon mehrfach bei der TOY-RUN mitgefahren, hatte eigentlich beabsichtigt, sich auch heuer wieder dem Troß anzuschließen. Ein Bezirksfeuerwehrfest, bei dem seine Anwesenheit und die seiner Kollegen, unabdingbar war, machte eine Dienstplanänderung notwendig und ließ dies nicht zu. So beschloß man die Benefizinitiative mit jenem Fahrzeug zu unterstützen, das sowohl als Rednerbühne als auch als Aussichtsplattform für entsprechende Fotos dienen sollte.

Immer mehr Fahrzeuge passierten die Kassierstraße, wo Gelbjacken das Spendengeld entgegennahmen, entsprechende Lenkerschleifen an Motorradlenker oder Rückblickspiegelhalter befestigten, sowie auf den nummerngleichen Abrissen der Schleifen die entsprechenden Geldbeträge notierten.

Mit fortschreitender Uhrzeit vergrößerten sich die verschiedenen Schlangen. Jene beim Fastfood-Restaurant, die vor den WC's ebenso, wie bei der Kassierposition und jenem LKW, wo man die Erinnerungsshirts erstehen konnte. Ernstl freute sich umso mehr, als er das erste Mal mit der Feuerwehrplattform emporgehoben wurde, daß auch die Schlange der, zum Einkaufszentrum herbeiströmenden, Fahrzeuge immer größer und dichter wurde.

Nachdem die Teilnehmer ihre Spende geleistet hatten, wurden sie entlang eines gelben Spaliers aus Crewmitgliedern zum entsprechenden Aufstellungsplatz geleitet, wo weitere Securities für platzsparendes Parken sorgten.
Die Fahr-Geometrie von Quads, Beiwagen und Trikes (Tri-Bikes) ist anders gelagert als bei einspurigen Kraftfahrzeugen. Deshalb sollten diese Fahrzeuge auch heuer wieder in einer gesonderten Blockformation die Fahrt antreten und daher leitete man, jene nicht-einspurigen Fahrzeuge, die zur Teilnahme berechtigt sind, in eine eigene Gruppe.

Obwohl sie alle der Einspur-Familie angehören, so unterschiedliche Erscheinungsformen und Arten hatten sie, jene Motorräder, welche sich hier versammelten, um an der fünfzehnten Auflage der Benefizfahrt teilzunehmen.
Alle möglichen Arten von Straßen-Maschinen, der unterschiedlichsten Kubik-Klassen standen am Start. Sowohl bequeme Reisetourer, als auch Touren-Bikes, die für etwas anspruchsvollere Expeditionen geeignet sind, waren vertreten. Wehmütige Erinnerungen an vergangene Biker-Jahre kamen beim Anblick mancher, recht selten gewordener, Exemplare auf. Aggressiv wirkende Streetfighter-Umbauten bekamen durch ihre kinderfreundlichen Besitzer, zwischen plüschtierbeladenen Maschinen, einen sanften Touch. Roller aller Arten, Hubraumklassen und Jahrgänge waren ebenso vertreten wie jene, neuerdings auffallenden, dreirädrigen Roller. Serienmäßige Chopper standen wartend zur Abfahrt bereit und über kunstvoll umgebaute Custom-Bikes wurde von den Teilnehmern gefachsimpelt. Hochpreisige Luxus-Tourer fand man ebenso, wie so manches Motorrad, daß schon einmal bessere Zeiten gesehen hatte. Rennmaschinenähnliche Fahrzeuge, deren Verkleidung so manche Spuren von extremer Schräglage zeigten, standen friedlich mit Spielzeug bepackt da. Kleinmotorräder zu deren Lenkung man mit einem B-Führerschein berechtigt ist, sah man ebenso, wie so manches Moped mit rotem Taferl. Ja wirklich, Mopeds der 50 ccm-Klasse und Minibikes wurden auch gesichtet.
Zwischen alten Beiwagenmaschinen und chromblitzenden Trikes hatten sich etliche Quads mit bulligen Reifen gereiht. An vielen Fahrzeugen flatterte neben der obligaten Lenkerschleife Verpackungsmaterial, welches die Geschenke der Kinder während der Fahrt vor Verschmutzung schützen sollte. So manches Fahrzeug hatte mehr als die aktuelle Teilnahmeschleife am Lenker und zeugte von früheren TOY-RUNs. Bei einigen Teilnehmern hieß die Devise nicht nur "Tue Gutes", sondern auch "Auffallen um jeden Preis". Sei es mit zum Teil witzigen Verzierungen an den Helmen, auffallender Kleidung oder Kopfschmuck oder durch besonders auffallende, fotogene Mitbringseln für die Kinder.

Schön langsam verstärkten sich die Sonnenstrahlen, aber noch immer überwog die Bewölkung. Der Feuerwehrwagen aus Schwechat hatte zwischenzeitlich seine Endposition erreicht und die hydraulischen Sicherheitsarme erlaubten nun das maximale Ausfahren des langen Teleskopmastes. Seine Höhenangst überwindend und mittlerweile schon etwas routinierter in Sachen Aussichtsplattform bestieg Ernstl erneut den Plattform-Korb. Mittels Funkmikrophon, die Verstärkerleistung noch prüfend, begrüßte er die Teilnehmer und gab dabei jene Nachricht weiter, die er soeben telefonisch von Edi erhalten hatte: "Am Zielort ist derzeit wolkenloser Himmel, die Vögel zwitschern unaufhörlich und die letzten Vorbereitungsarbeiten, wie das auflegen der Info-Zettel unter den Tisch-Aschenbecher, sind abgeschlossen."

So bunt und unterschiedlich wie ihre Fahrzeuge so unterschiedlich war auch die Kleidung jener Motorradfahrer/innen, die sich zur diesjährigen Fahrt eingefunden hatten. Fast eingenäht in eine Volllederkombi oder mit wasserdichter Goretex-Panier, lockerlässig im Jeanslook oder eher mehr im Westernstyle. Zugeknöpft bis unters Kinn oder aber lebenslustig freizügig, körperschützend oder leichtsinnig hautzeigend, Alles war vertreten. Über all diesen Unterschieden, sowohl in der sozialen Herkunft, dem Erscheinungsbild, der Bauart des Fahrzeugs oder dem Styling der Kleidung, stand ein gemeinsamer Nenner: Kindern in einer Sozialeinrichtung Freude zu bereiten.

Dazu bedarf es nur recht wenig, wenn man es nur wirklich will.

Eine Truppe der schwarzgelben Pannenfahrer war mit mehreren Fahrzeugen angekommen, die sowohl den Weitertransport von etwaig liegenbleibenden Mopeds bewerkstelligen sollten, als auch, zwecks Reparatur Vorort, mit Werkzeug vollbepackt waren. Kaum hatten sich die drei Jungs und die eine Mechanikerin aus ihrem Fahrzeug begeben, kamen schon einige potentielle Kunden, hilfeheischend, angelaufen. Die mit Motorradtechnik vertrauten Pannenhelfer bekamen fast alle Fahrzeuge noch vor dem Start in Schuß.

Sich endlich an die Höhe gewöhnend, genoß Ernstl den Ausblick und nur das ständige Läuten seines Mobiltelefons, holte ihn stets in die Realität zurück. Radiostationen, Straßenmeistereien, so manche Polizeistation, aber auch Interessierte, die erst kurzfristig von der TOY-RUN erfahren hatten, riefen an. Der langsam sinkende Akkustand seines Handys mahnte ihn alsbaldigst eine Ladestation aufzusuchen. Damit ist die Stromversorgung des Telefons gemeint, Ernstl selbst war unter seiner schwarzen Baseballkappe voll aufgeladen.
Derweilen sich langsam die zweite Teilnehmergruppe zu füllen begann und an der Kassierstraße die Gelbjacken vollaufbeschäftigt waren, genossen wartende Teilnehmer das farbenfrohe Schauspiel. Ungezwungenes Plaudern wechselte mit nervös abwartendem Nikotingenuß und das Mampfen des Frühstücks hinderte so manchen nicht daran, zeitgleich Episoden aus seiner Motorraderfahrung loszuwerden. Manche Gelbjacken erledigten kurze Fahrten quer über das weitläufige Areal des Parkplatzes, sei es um von einem Ort zum andern Nachschub zu bringen, die Außenstellen mit Getränken zu versorgen oder den an den Außenstellen Dienst tuenden die Annehmlichkeiten eines Indoor-WC's zu ermöglichen, indem sie Taxi spielten. Etliche Medienvertreter erschienen im vorderen Bereich der aufgestellten, auf die Abfahrt wartenden, Bikes und versuchten so gut es ging ihren Job zu erledigen. Fotos knipsen, Interviews zu führen, Filmmaterial sammeln oder Startreihen zu durchstreifen, auf der Suche nach Promis.

Viele Aufgaben, die die Gelbjacken auf ihrem Tagesablaufplan haben, mögen im einzelnen nebensächlich und vielleicht sogar banal erscheinen, und doch sind sie ein enorm wichtiger Bestandteil des organisierten und durchdachten Ablaufsystems. So wurden zum Beispiel alle Teilnehmer im Zuge der Weiterleitung zur Kassierstraße befragt, ob sie genug Treibstoff geladen hätten oder ob das Betanken vor der Abfahrt noch vonnöten wäre. Es kann sich jeder gut ausmalen, daß es sich spätestens beim 286 mal Stellen der selben Frage, nach einer hängengebliebenen Schallplatte anhört und doch passiert es immer wieder, daß Teilnehmer, ob der Aufregung wegen oder aufgrund der vielen Eindrücke, vor der Abfahrt aufs Tanken vergessen, und dann womöglich kurze Zeit später saftlos hängenbleiben.

Also fragten Robert, Iason, Peter und Wolfgang, auf der Zufahrtsrampe stehend, jede/n ankommende/n Fahrer/in, ob ihr oder sein Fahrzeug auch wirklich vollgetankt sei. Wenn dies nicht der Fall war, wurden diese Teilnehmer, gesondert von jenen, die zur Kassierstraße weiterfuhren, über eine eigene Rampe, unterstützt von Monika und Markus zur Tankstelle weitergeleitet.

In verschiedensten Farben und einem mit Recht getragenem Stolz, sah man die Motivshirts der vergangenen Jahre wieder. Zumeist, bei jenen, die schon öfters dabei waren, waren es die älteren Motive, die zum Ausdruck brachten, daß sie schon "damals" dabei waren. Jahresaufnäher prangten auf kuttenähnlichen Jeanswesten und so manche kunstvolle Eigenkreation schmückte Motorräder, Helme oder Kleidungsstücke. Der Fantasie waren diesbezüglich nur schwer Grenzen zu setzen und dies zeugte von der engen Verbundenheit so mancher Teilnehmer mit der, jeweils am dritten Sonntag im Juni stattfindenden, Fahrt. Nachdem der Run auf die vorbestellten T-Shirts etwas abgenommen hatte und sich nur mehr eine lange Schlange jener Teilnehmer bildete, die erhoffte noch ein Erinnerungsleibchen von 2007, in ihrer Größe passend zu ergattern, nahm auch die sichtbare Anzahl von schwarzen Shirts unter den Wartenden zu. Auch das diesjährige Jahres-Patch war sehr gefragt.

Einem riesigen Familienfest gleich war auch die Vielfalt der Mitreisenden auf den Fahrzeugen. Neben Frau, Freundin oder Lebenspartnerin, gab es auch einige, die Ihre Kinder oder Enkelkinder voll Stolz zum ersten Mal mit auf den Bikerevent nahmen. Wenn die Kinder aus dem Haus sind legt man sich einen Hund zu. Wenn man mehrere Hunde hat, läßt man sie nicht zu Hause, sondern nimmt sie zur TOY-RUN mit: Quad mit Anhänger, drei Hunde drinnen.

Daß die TOY-RUN ihre Teilnehmer nicht ausschließlich aus Ostösterreich hat, zeigten die unterschiedlichen Kennzeichen der wartenden Fahrzeuge.
Auch spiegelte so manche Nummerntafel die langjährige Treue des Besitzers zu seinem Fahrzeug wider.

Fahrgemeinschaften, zusammengesetzt aus Mitarbeitern von Großfirmen, Vereine, Clubs, Einzelfahrer und MCs sah man am Start vertreten. Auch hier spiegelte sich sowohl der vielfältige Zugang zum Thema Motorrad wider, als auch der gemeinsame Nenner:
Wenn man es wirklich möchte, kann man sich diesen einen Tag im Jahr bewußt zur Teilnahme vormerken.

Am Start wurden diverse Erinnerungsfotos geschossen und so manche Gruppe hatte sich zu diesem Zweck, fürs Familienalbum, besonders vorbereitet.

Zwischenzeitlich rund 85 Kilometer weiter westlich



An der Autobahnabfahrt von Loosdorf befinden sich, gleich neben einem großen Kreisverkehr zwei Tankstellen. Schon im Vorfeld, mehrere Monate vor der TOY-RUN, kamen immer wieder Anfragen, in welche Richtung die heurige Fahrt gehen würde. So Manche/r, der/die von weiter westlich anzureisen beabsichtigte, wollte vermeiden, frühmorgens bis an die Stadtgrenze von Wien zu fahren, um dann im Laufe des Vormittags festzustellen, daß das Ziel nahe seines Anreiseausgangspunktes liegt. Unter diesen Anfragenden befanden sich auch je ein Vertreter eines Print- und eines Elektronikmediums. Unabhängig voneinander unterbreiteten beide den Vorschlag doch zu versuchen mehr Teilnehmer aus dem Westen zu gewinnen, indem man einen zweiten, alternativen Treffpunkt für Teilnehmer anbieten würde. Während das Elektronikmedium eine gemeinsame Anreise von der Landesgrenze zu Oberösterreich nach Loosdorf anbot, propagierte die Zeitung das unmittelbare Versammeln in Loosdorf. Als in den darauffolgenden Wochen diese Ideen greifbarer wurden, bot sich auch ein idealer Startplatz für jene 50 ccm-Mopeds mit ihren jungen Besitzern an, für die eine gemeinsame Fahrt über die Autobahn zu anstrengend und langwierig geworden wäre. Sobald so ein Gedanke aus dem Stadium des gesagten Wortes in die Planungsphase mutiert, merkt man erst, wie wichtig entsprechende Ressourcen Vorort sind. Speziell, weil man nicht abschätzen konnte, wie viele Fahrzeugbesitzer dieses Angebot in Anspruch nehmen würden, war die Vorbereitung relativ schwierig. Zugleich wollte man aber diesen Startplatz nicht allzu sehr bewerben, um nicht Ressourcen in Vösendorf und Bedarf in Loosdorf zu haben. Lothar, Sabine, Hannes, Erika und Edi, sowie ein Neuling in der Gelbjacken-Mannschaft Stefan, sollten die Aufgabe übernehmen, die an der gelbschwarzen Tankstelle ankommenden Teilnehmer zu betreuen, deren Spenden einzukassieren und diese auf der Fahrt zu begleiten. Unterstützt wurden sie dabei in ihrem Vorhaben von Transportbegleiter Gerald samt dessen Familie und einem Team der Johanniter, das für etwaige Notfälle mit einem Rettungsauto das Kolonnenende dieser Gruppe bilden sollte.

Neben besagter Tankstelle befindet sich ein großer LKW-Parkplatz, der von den Truckern, welche ihre gesetzlichen Ruhepausen einlegen müssen, nicht besonders stark frequentiert wird, weil er über keine entsprechenden Sanitäreneinrichtungen, wie zum Beispiel Duschen, verfügt. Zumeist stünde die Parkfläche leer und diese wäre ein idealer Sammelplatz für bis zu dreihundert einspurige Kraftfahrzeuge. Daß die Lücke zwischen Theorie und Praxis oftmals größer ist als viele annehmen, zeigte sich, als das Außenstellen-Team kurz vor sechs Uhr auf dem LKW-Abstellplatz eintraf und zu ihrem Erstaunen etliche Brummis parkend vorfanden. Mit den, zum Teil leidgeprüften, oftmals aus ehemaligen Ostblockländern stammenden, Lenkern Verständnis habend, sah sich die kleine Gelbjackentruppe mit folgender Situation konfrontiert. Einerseits sich für Schwächere einsetzen und gleichzeitig Schwache und oftmals auch sozial Ausgebeutete, die, ob ihrer schweren Arbeit mit dem hohen Maß an Konzentration dringend Schlaf benötigten, Chauffeure mit Lärm um ihre Ruhezeiten bringen. Die abgestellten Transporter erlaubten nicht, das beabsichtigte Aufstellen und Schlichten der ankommenden Motorräder und Trikes, ohne daß die einzelnen Türen der Fahrerkabinen nicht dabei zugeparkt worden wären. Aufregung, Unsicherheit, Sprachbarrieren, Müdigkeit und die Zeit drängte. Ein freundliches Lächeln, offene Gesten, Flugzetteln mit Symbolen und einige Fremdsprachenkenntnisse unterschiedlichster Art.

Man kann auch derartige Herausforderungen gemeinsam meistern, wenn man nur wirklich will und bereit ist, den Extraschritt zu setzen.

Schlußendlich verstanden die Fernfahrer, daß es sich um benachteiligte Kinder handelt, wobei der Unterschied zwischen Waisenhaus und Jugendsozialeinrichtung aufgrund von Sprachnuancen wahrscheinlich auf der Strecke blieb. Zum Teil mit unfrisiertem Haupthaar und verschlafenem Lächeln willigten die Fernfahrer ein, daß ihre Fahrzeuge, bis zur Abfahrt der Teilnehmer, von allen Seiten mit einspurigen Fahrzeugen eingekesselt sein würden.

Zurück in Vösendorf bei der Shopping-Mall



Zum zweiten Mal war ein Fahrzeug der Exekutive gemächlich um den Parkplatz gerollt und die spähenden Augen des Fahrers, die steinerne, grußlose Miene und der Umstand, daß er nicht zumindest anhielt, ließ manche Teilnehmer wie Gelbjacken sich kopfschüttelnd wundern. Beim ersten "Vorbeischauen" hatte man scheinbar nur Erinnerungsfotos geknipst. Erst beim dritten Mal hielt man an.

Ernstls Mobiltelefon wurde wieder einmal überlastet. Zu den Medienkontakten gesellten sich nun Anrufer, die wissen wollten "… wo geht denn des Rennen hin … ?", "… wo ist denn die Hofwiese ..?", "… wo kann ich Euch unterwegs fotografieren …?", "… wie ist denn das Wetter bei Euch ....", "… kann ich mich jetzt noch anmelden…?" und ähnliches. Der Akku sackte unter den Anfragen, und der zusätzlichen Belastung des Bluetooth-Hörers zusammen und auf dem Handy kehrte absolute Funkstille ein, was Ernstl nicht allzusehr störte, denn es gibt Angenehmeres als die Teilnehmer mittels Mikrophon zu informieren, während nebenbei das Handy läutet.
Mittlere Distanzen zwischen den einzelnen Aufgabenbereichspunkten der Gelbjacken wurden mit dem Fahrrad zurückgelegt und die Stimmung unter den Wartenden wurde durch scherzhafte Zurufe immer lockerer, gemütlicher und familiärer.

Im Hintergrund wurden die bisher gesammelten Spendenschleifen-Abschnitte nach Geldbeträgen und die Geldscheine nach Werten sortiert und blickrichtig gestapelt, was die maschinelle Zählung später vereinfachen sollte. Stellvertretend für seine Arbeitskollegen lieferte ein Teilnehmer, unabhängig davon, daß er sich seine Lenkerschleife besorgt hatte, einen Geldbetrag ab, dessen Erhalt er sich eigens bestätigen ließ. Obgleich man ihm vorschlug, er solle das Geld selbst zählen und eine weitere Spendenschleife dafür in Anspruch nehmen, entschloß man sich letztendlich den Erhalt des Kuverts zu bestätigen und den Betrag am nächsten Tag auf das TOY-RUN-Spendenkonto einzuzahlen. Mit dem Einzahlungsbeleg auf der einen Seite und dem Kontoauszug auf der anderen Seite kann sowohl er, als auch das TOY-RUN-Team den Gelderhalt und deren Verwendung leicht nachvollziehen.
Dieselbe Vorgangsweise wählte man auch, mit Einverständnis des Überbringers, als ein Teilnehmer, nachdem er sein Lenkerschleifen-geschmücktes Bike am Start aufgestellt hatte, eine schwere Blechdose voll Stolz Ernstl überreichte. Die Dose, welche ohne Gewaltanwendung nicht zu öffnen war, weil aus einem Stück, war bis unter den Einwurfschlitz mit Münzen gefüllt. Daß sich unter diesen Münzen, wie sich am nächsten Tag herausstellte, auch einige Schillinge und Groschen befanden, erheiterte den Bankbeamten am nächsten Tag. Der Ordnung halber sei hier angemerkt, daß eine Gelbjacke die Aufgabe übernahm, bei der nächsten Tour des Nationalbank-Schillingbusses diese in neue Währung umzutauschen und diesen Restbetrag nachträglich einzubezahlen.

Das Starterfeld bekam immer größere Ausmaße und unter den wartenden Teilnehmern war so manche Wiedersehens-Überraschung. Ob Arbeitskollegen aus vergangenen Zeiten, Mitschüler aus dem vorigen Jahrtausend oder Motorradbekanntschaften, die sich irgendwann aus den Augen verloren hatten, bei der TOY-RUN gibt es jedes Jahr so manches Wiedersehen. Auch Ernstl traf jenen bärtigen, inzwischen ergrauten, Motorradfahrer mit dem er damals, als der Eiserne Vorhang im Osten von Österreich noch existierte, zu einer Zeit wo MP3-Player, Internet und Handy noch unbekannt waren, seine allererste Motorrad-Auslandstour machte.
Ernstl's Handy übrigens, hing noch immer an der Ladestation. Die Außentemperatur stieg merklich, aber dies war nicht der einzige Grund warum nicht nur die Kassiermannschaft, sondern auch die anderen Gelbjacken schön langsam zu schwitzen begannen. In immer heftiger werdenden Wellen rollten, blubberten, tuckerten und knatterten die Teilnahmewilligen auf das Areal. Langsam begannen die dunklen Wolken am Himmel sich ebenso zu verflüchtigen, wie die Sorgenfalten der TOY-RUN-Crew ob des Wetters. Der Enthusiasmus, die Begeisterung und der Teilnahmewille der ankommenden Motorradfahrer war ein motivierendes Zeichen, daß selbst schlechtes Wetter jene nicht abhält, die etwas für benachteiligte Kinder tun wollen.

Alles was es dazubraucht ist einfach dabeizusein.

Diverse Medienvertreter sammelten berufsbedingt die unterschiedlichsten Eindrücke am Startplatz, wobei einige von ihnen die Feuerwehrplattform nutzten, während andere ihr Mikrophon fragend unter verschiedene Nasen hielten. Fernsehteams filmten minutenlang die unterschiedlichsten Szenen und Interviews wohlwissend, daß die Ausstrahlung des von ihnen erarbeiteten Beitrages nur wenige Sekunden über die Fernsehschirme flimmern würde. Im Gegensatz dazu versuchten Otto und seine Filmcrew jene Eindrücke festzuhalten, die in wenigen Wochen ein bildliches Erinnerungsdokument an den heutigen Tag darstellen würden.

"Speedy", Thomas, Fritz "X4" und Günther "GPS" gingen gemeinsam noch einige offene Punkte bezüglich der Strecken- und Abfahrtskoordination durch und beantworteten diverse telefonische Anfragen von Seiten der Exekutive. Während die "Fotoprofis" unter den Gelbjacken, Aufnahmen machten, damit die Webseite später entsprechend bebildert werden kann, betreute Alex, die verschiedensten Medienvertreter und versorgte sie mit den wichtigsten Informationen, die diese für ihren Job benötigten.
Wolfgang und Walter koordinierten die Angliederung der begleitungsbereiten Sanitäter, samt deren Motorrädern, an das Ende der jeweiligen Teilnehmergruppe. Mittels Mikrophon erläuterte Ernstl nicht nur den geplanten Verlauf der Hinfahrt, sondern auch deren Besonderheiten in Bezug auf die Autobahn und unterstrich dabei, die damit verbundenen Gefahren und Risiken. Gerda und Erich koordinierten das Kassierteam, während ein neuerlicher Ansturm von Teilnehmern von gelbbejackten Althasen in die Aufstellungsschneise dirigiert wurde.

Aus den geöffneten Fenstern mancher Einsatzfahrzeuge und den Lautsprechern von einigen Luxus-Tourern dröhnten die unterschiedlichsten Radiosender, deren Verkehrsnachrichten, zum Schreck der Gelbjacken, die Route zum Teil äußerst detailliert verlautbarten. Auch in den letzten 36 Stunden aufgenommene Interview-Passagen zum Thema TOY-RUN waren dabei.

Wie sehr die Teilnehmer das Engagement, im besonderen den Arbeitseinsatz der Gelbjacken, zu schätzen wissen, zeigte sich auch immer wieder an dem Umstand, daß trotz überlanger Warteschlangen, sowohl bei den WCs, als auch bei den Gastroständen, den Gelbjacken bereitwillig der Vortritt gelassen wurde, wissend daß diese unter Zeitdruck stehen und noch einen arbeitsreichen Tag vor sich haben. Mit zum Teil schlechtem Gewissen, nahmen diese das Privileg in Anspruch, weil die Natur ihr Recht forderte, aber auch die nächste Aufgabe schon wieder wartete. Schlechtes Gewissen deshalb, weil sich jeder der Gelbjacken-Träger bewußt ist, daß die Gelbjacke nur ein nach außen hin sichtbares, als Ansprechpartner und Koordinator erkennbares, Mittel zum Zweck ist. Ansonsten sieht sich jedes Crew-Mitglied als Teilnehmer der Fahrt wie jede/r andere, und nicht als wer besonderer.

Seit jener dritten TOY-RUN, als man noch von einer Nebengasse der Wiener Ringstraße losstartete, ist Wiens Vizebürgermeisterin Grete Laska, die für Jugendwohlfahrtseinrichtungen zuständige Stadträtin, ein regelmäßiger Vertreter der Stadtregierung, der nicht nur die Glückwünsche des Wiener Bürgermeisters überbringt, sondern mit ihren offiziellen Startworten auch das unermüdliche Engagement der Teilnehmer würdigt.
Ebenso wie Ernstl, fühlt sie sich in luftiger Höhe nicht sehr wohl, doch gemeinsam, am Tag der TOY-RUN, läßt der Anblick hinunter auf die gefüllten Motorradreihen das mulmige Gefühl vergessen und darum überwanden die beiden ihre Scheu und bestiegen den Korb des Feuerwehrautos, gemeinsam mit Medienvertretern.

Immer höher stieg die Aussichtsplattform nach oben, und nicht die Höhe, sondern die Aussicht auf das Starterfeld und die, auf den Startplatz zu fahrenden Bikekolonnen, raubte den beiden den Atem. In ihrer kurzgehaltenen Ansprache an die unten versammelte Menge drückte Wiens Vizebürgermeisterin nicht nur ihren persönlichen Dank für das, durch die Teilnehmer gezeigte Engagement aus, sondern spielte auch auf einen Vorfall an, welcher in den Tagen zuvor durch die breite Medienöffentlichkeit kursierte: "..... in Zeiten wie diesen, wo in Gemeindebauten irgendwelche Idioten mit dem Luftdruckgewehr auf Kinder schießen, nur weil diese zu laut spielen ...... ist es besonders wichtig Solidarität mit Kindern zu demonstrieren, ...besonders mit jenen Kindern, die im Leben nicht immer Glück hatten."

Es wurde hektisch am großen Parkplatz. Etliche Teilnehmer begannen sich abfahrbereit zu machen, andere eilten noch rasch eines der Mobil-WCs aufzusuchen. Die Gelbjacken, welche in die erste Gruppe begleiten sollten, begaben sich zu ihren Motorrädern. Die Anspannung und die Erwartungshaltung stieg.

Kurz zuvor, etwa 20 Minuten vor dem eigentliche Start, mußte die Crew zwei Rochaden vornehmen. Zum einen verließene jene Gelbjacken, die entlang der Strecke eine Kreuzung zu sichern hatten, ohne ihrer Signaljacke, den Parkplatz der SCS und begaben sich zu ihrem Außenposten. Zum anderen wurde die Kassierstraße verlegt. Damit jene Teilnehmer, die erst sehr spät zum Startplatz strömten, nicht mit jenen Gruppen kolliidieren, die gerade losfahren, wurde ab diesem Zeitpunkt der Kassier-Checkpoint ans andere Ende des Parkplatzes, an einer Rampe, eingerichtet. Diese "Nachzügler" reihten ihre Motorräder am süd-östlichsten Teil der Startfläche auf.

Während Ernstl auf sein Bike stieg, rief er nur den Wartenden zu: ".. geh' ma's an, meine Herrschaften!", doch der kurze Satz ging schon im Lärm der startenden Maschinen unter.

Nun ging es endlich los. Ein letzter Blick von Gerda, vom Sozius aus, über die abwartenden Teilnehmer. Ein Handzeichen und mehrere hundert Bikes wurden gestartet. Die erste Gruppe fuhr los, während die weiteren Gruppen noch warten mußten, dicht gedrängt.

Gemächlich setzte sich der Pulk in Bewegung und begab sich in den Außenring, der Europas größtes Shopping-Center, am Stadtrand von Wien, umschließt.



Während am Start noch tausende Teilnehmer auf das Signal warteten, daß ihnen anzeigen würde, ihr Motorrad zu starten, erreichte die Kolonnenspitze jene Straße, die zwischen dem Einkaufstempel und der Autobahn liegt.



Nach einigen, kleinen Schwenks bog man in eine langgezogene Rechtskurve und gelangte damit zu der Auffahrt auf die A2 in Fahrtrichtung Wien.

Oben auf der Autobahn-Einmündung hatte die Exekutive zahlreiche Maßnahmen gesetzt, die Autofahrer vor der Flut an einspurigen Fahrzeugen zu warnen.
In Richtung Bundeshauptstadt fahrend, konnten die Biker jene Kollegen sehen, die sich jenseits der Autobahn, in die Gegenrichtung bewegten. Quer über die acht Fahrstreifen hupte und winkte man sich zu.



Jene Teilnehmer, die soeben den Startplatz verlassen hatten und parallel zur Autobahn die Shoppingmall passierten, hatten eine kleine Senke zu durchfahren, ehe sie ihre voranfahrenden Kollegen auf der gegenüberliegenden Seite der Autobahn sehen konnten.

Die großen Regenlachen am Asphalt des Parkplatzes waren zwischenzeitlich aufgetrocknet, als sich die zweite Gruppe startbereit machte.



Die zweite Gruppe startete. Hunderte Motoren begannen langsam die Rösser aus Stahl, Chrom und Kunststoff zu bewegen. Tausende Räder drehten sich. Langsam setzte sie sich in Bewegung, während hinter dem großen Parkplatz die Bike-Kolonne vorbeizog. Von der Plattform des Feuerwehrautos aus, glich es einer Kolonne von Ameisen die ihren Pfad entlang zog.

Das erste aufmunternde Transparent, eines von vielen, entlang der Strecke, war kurz vor der Autobahnauffahrt an einem Mülltruck montiert.

Zwischenzeitlich hatte man in der ASFINAG-Leitzentrale mittels Knopfdruck jene Verkehrsberuhigungsmaßnahmen eingeleitet, die eine sicher Abwicklung der folgenden Stunden gewährleisten sollten. Auf der S1, von Schwechat kommend, wurde die erlaubte Fahrtgeschwindigkeit, mittels elektronischer Anzeige, reduziert. Von Schwechat kommend, vor der Tunneleinfahrt wurde der Verkehr angehalten, sodaß sich kein Fahrzeug mehr in Richtung Knoten Vösendorf bewegen durfte.
Dies erleichterte der Bike-Kolonne, die sich über eine langgezogene Rechtskurven-Auffahrt zur A21 bewegte und zu ihrer linken zwar noch weitere Fahrspuren einmünden hatte, auf denen aber kein Fahrzeug zu sehen war, außer Exekutiv-PKWs. Es ging in Richtung Westen.

Vom hinteren Teil des Parkplatz setzte sich der nächste Pulk in Bewegung. Er bestand aus den Beiwagenmaschinen, Trikes und Quads. Die dritte Gruppe verließ den Startplatz.

Bei Perchtoldsdorf quert eine Fußgängerbrücke die Autobahn und auf ihr hatten sich einige Personen eingefunden, die mit Blick auf die Bundeshauptstadt, die Bikerkolonne sehen und grüßen wollten.
Eindrucksvoll war von oben der Anblick auf den Konvoi, der in der äußerst linken Spur daher kam. Rechts von den Bikes waren nur vereinzelt Autos, welche aus dem Bereich Wien in Richtung Nordwesten fuhren.
Man erlebt als Motorradfahrer/in selten einen solchen Tag, an dem so viele Nicht-Motorradfahrer, Passanten, Anrainer, Schaulustige, Kinder und ältere Personen einem freudestrahlend zuwinken, wie zum Beispiel von einer Autobahnbrücke herab.
Klar wurden die Grüße vom Bike herunter erwidert. Dabei sollte man aber als Lenker die Fahrbahn und die Fahrzeuge vor einem, nicht außer Acht und aus den Augen lassen.
Wie die folgende Situationsbeschreibung zeigt, kann Unachtsamkeit schwere Folgen, mit vielfältigen, unvorhergesehenen Auswirkungen haben.

Plötzlich fährt ein einspuriger Konvoi-Teilnehmer auf ein voranfahrendes Fahrzeug auf. Die dahinter fahrenden Teilnehmer müssen kurz anhalten. Polizei ist sogleich vor Ort. Die stehende Kolonne aus einspurigen Kraftfahrzeugen wird immer länger, da die nächste Gruppe vom Parkplatz der SCS gestartet ist und nachfolgt.
Man leitet die Teilnehmer an der Unfallstelle, über den mittleren Fahrstreifen, vorbei.
Den Autofahrern, die ob des Anblicks der Riesenkarawane bisher staunend auf zwei Fahrspuren an dem Biketroß vorbeifahren konnten, haben plötzlich nur mehr einen Fahrstreifen zur Verfügung.
Durch die aufrückenden Motorräder der Teilnehmer bildet sich die Staukolonne schneller als der weiterfahrende Konvoi an Geschwindigkeit gewinnt.
Der, von den Organisatoren und der Exekutive eingeplante und berechnete Abstand zwischen den Gruppen, sollte dazu genutzt werden, für kurze Zeit die Verkehrsteilnehmer der gesperrten S1 fahren zu lassen, sodaß beim Knoten Vösendorf die Autos in die rechte Spur wechseln können bevor die nächste Konvoi-Gruppe ihre Spur queren würde, verkleinerte sich zunehmend, bis er gänzlich verschwand.
Immer mehr Autos drängten auf den beiden rechten Spuren in Richtung Gießhübl.
Gelbjacken versperrten ihnen den mittleren Fahrstreifen um die, an der Unfallstelle vorbeigeleiteten Teilnehmer zu schützen.

Als es den Gelbjacken gelungen war, durch energisches Einschreiten, die Autos von zwei auf eine Spur zu leiten, sah die Situation, in Fahrtrichtung Westen, wie folgt aus: In der rechten Spur die Autos, in der mittleren Spur die Bikes und die linke Spur blieb vorerst leer, da die Unfallstelle zu diesem Zeitpunkt ein Passieren nicht erlaubte.
Plötzlich gab die, vom Unfall nicht informierte Verkehrsleitzentrale der ASFINAG den Verkehr auf der S1 gänzlich frei und dadurch tauchten plötzlich Autos auch auf dem linken Fahrstreifen auf.

Dies alles geschah, während am Startplatz die vierte Gruppe losfuhr und den anderen Teilnehmern nachfolgte. Dieser vierte Teilnehmerblock wurde von Helmut "Sunny" auf die Tour geschickt, während die letzte Gruppe neben dem östlichen Teil des Einkaufszentrums sich startbereit machte.

Die letzte Teilnehmer-Gruppe, die den Startplatz in Vösendorf verließ, hatte als definierte Schlußfahrer Otto "White Hands" und den "Zeremonienmeister" Helmut "Sunny". Ihnen folgten nur mehr Sanitätsfahrzeuge und Abschleppwagen der Pannenfahrer-Organisation.
Als die beiden schlußendlich zur Unfallstelle kamen, hatte ein Teilnehmer mit seinem Fahrzeug eine Panne und erneut mußten Gelbjacken helfend einspringen.

Alles begann mit einer kleinen Unachtsamkeit und hatte große Auswirkungen.
Die Folgen hätten aber auch gefährlich ausgehen können.

Nach dieser Erklärung zurück zur zeitlichen Abfolge:
Jene Gruppe, die sich aus Beiwagen-Maschinen, Quads und Trikes zusammensetzte, begann ihre Motoren zu starten und kurz darauf setzte sich das Motorrad des Groupleaders der dritten Gruppe in Bewegung. Die artverwandten Fahrzeuge folgten dem Bike.

Die Autobahnbrücke bei Hinterbrühl war mit Transparenten geschmückt. Zum einen ein Werbehinweis auf die Stadt der Landesausstellung (Waidhofen), zu der die Biker unterwegs waren. Zum anderen standen Vertreter des Landesjugendheimes Hinterbrühl (Ziel der TOY-RUN 2006) auf der Brücke und begrüßten den vorbeiziehenden Konvoi.

Die Strecke zog sich über die Autobahn durch den Wienerwald in Richtung Heiligenkreuz und Mayerling, durch eine hügelige Landschaft.

Walter hatte seine Aufgabe bei der Ausfahrt eines Autobahnrastplatzes. Entlang des Streckenabschnittes, welcher über die Autobahn führte, befinden sich zahlreiche Parkplätze. Während der häufigen Probefahrten, hatte sich just jener Rastplatz als besonders stark frequentiert erwiesen. Um zu verhindern, daß PKWs während der Vorbeifahrt der Motorräder den Parkplatz verlassen und dadurch andere, auf der rechten Fahrspur fahrende, Autos zum Abbremsen oder womöglich zum Ausschwenken zwingen würden, hatte Walter hier, etwa 27km nach dem Start, Position bezogen.

Als die Konvoi-Spitze hier angelangt war, verließ die fünfte Gruppe, ebenfalls angeführt von einem Begleitauto, ihre Startposition.

Als die Kolonnenspitze die Raststation Alland passiert hatte, verließ wenig später das letzte teilnehmende Motorrad den Parkplatz der SCS. Während Otto und seine Gastro-Mannschaft den Platz reinigten und ihre Ausrüstung einpackten, machte sich auch der bewachte Geldtransport mit den Gelbjacken Daniela, Manuel, Monika, Carola und Erich abfahrbereit. Da war nur eine Kleinigkeit, die Erich aufhielt und welche die gesamte Crew, in den Tagen nach der TOY-RUN, zum Kopfschütteln veranlaßte ...

Die Autobahnstrecke begann langsam anzusteigen und führte über Mayerling in Richtung Hochstraß, bevor sie sich zur Einmündung in die A1 hinunter schlängelt.
Mit ihrer Baustelle, just an der Einmündung, würde dies zu einem Nadelöhr führen, dessen Bewältigung die ganze Aufmerksamkeit der Exekutive und der Gelbjacken erfordern würde.

Während es für die ersten Gruppen der Benefizmotorradfahrer recht geschmeidig und problemlos durch den Baustellenbereich ging, wobei die Exekutive den aus Wien kommenden Individualverkehr auf der Westautobahn anhielt, hatten später nachkommende Biker weniger Glück. Bei diesem Nadelöhr staute es sich ein wenig.

Wenig später hatte sich das Verkehrsaufkommen von Autos aber verringert und es ging zügig mit den Motorrädern, vorbei an Altlengbach, weiter Richtung Westen.

Es muß für jene, die sich nicht auf das Lenken eines Fahrzeuges konzentrieren mußten, ein eindrucksvolles Schauspiel gewesen sein, als die nicht enden wollende Kolonne aus Motorräder am linken Fahrstreifen der Autobahn bei Böheimkirchen vorbei zog.

Auch hier waren wieder Schaulustige auf der, die Autobahn querenden, Brücke und feuerten die Biker an.

Zwei große Senken durchfahrend zog die Motorradkarawane weiter. Links und rechts der Autobahn waren Felder und die weite Landschaft zu sehen, was zumindest ein wenig für das Befahren der Autobahn entschädigte, bevor wieder häßliche Autobahnverbauungen und Lärmschutzwände die Sicht auf das Umland einschränkten.

Nach St. Pölten endeten die, die Autobahn umschließenden, Lärmschutzwände und gaben den Blick auf eine weite Hügellandschaft frei. Einige Brücken querten die Autobahn, und beim Anblick der vielen Windräder fühlte man sich Don Quichote gleich. Die Spitze der Kollone wechselte in den äußerst rechten Fahrstreifen, denn nur mehr wenige Kilometer trennte die Biker vom heiß ersehnten Verlassen der Autobahn.

Bei Loosdorf fuhr der Konvoi von der Autobahn. Hier hatten die Gelbjacken vorsorglich nicht nur ein Transparent mit dem Hinweis auf den Streckenverlauf montiert (damit nicht womöglich jemand auf der Autobahn weiter in Richtung Salzburg fährt), sondern hier hatte auch Georg von der Crew auf der Abfahrtsrampe die weitere Fahrtrichtung signalisiert.
Obwohl Günther "GPS" schon frühzeitig, noch vor der Abfahrt, das Tempo etwas reduzierte, "stauchte" sich die Kolonne bei der Rampe etwas zusammen. Die Exekutive hatte im darauffolgenden Streckenabschnitt, mit Unterstützung der Gelbjacken, die Sache ziemlich gut im Griff. Obwohl ein großer Kreisverkehr mit angrenzender, stark frequentierter, Tankstelle zu durchfahren war, störte kein Querverkehr die reibungslose Durchfahrt.
Gleich nach dem Kreisverkehr passierte der Zug der Benefiz-Fahrzeuge jene Tankstelle, auf der sich der zweite Startplatz/Treffpunkt befand. Auf einer leichten Erhöhung befindlich, bot die Tankstelle den dort Wartenden eine tolle Aussichtsplattform, um die vorbeidefilierenden Bikes zu sehen und den Fahrer/innen zuzuwinken.

Während der Fahrt auf der Autobahn hatte sich, wahrscheinlich durch die Vorfälle auf Höhe Perchtoldsdorf, in der langen Motorrad-Kolonne eine Lücke gebildet. Als dieser Konvoi-Abschnitt, bzw. diese Lücke, den Knoten Loosdorf passierte, entschieden Hannes, Edi und Thomas, die Wartenden vom Trucker-Parkplatz in die Bike-Schlange einfließen zu lassen. Angeführt von Lothar setzten sich die Fahrzeuge in Bewegung und die etwa hundert Motorräder und Mopeds ließen die Fahrzeugkette der TOY-RUN 2007 wieder durchgehend erscheinen.

Stefan, Edi, Erika, Sabine und Hannes hatten, nachdem der letzte "Loosdorfer" abgefahren war, ihren Treffpunkt aufgelöst, sammelten die verbliebenen Utensilien ein, zogen ihre Gelbjacken aus und machten sich über die Autobahn, auf direktem nach Waidhofen auf.

Der Konvoi schlängelte sich leicht bergab um nach einer Unterführung scharf links die Auffahrtsrampe zur darüberführenden Bundesstraße zu nehmen, wo Edith und Josef, gemeinsam mit einem Polizisten, das Einmünden sicherten.
Mit Blick auf die Schallaburg ging es der Sonne entgegen.


Die schöne Strecke, abwechslungsreich zwischen Felder und kleinen Waldabschnitten, vermittelten "cruising-pur".

Rund fünfundneunzig Kilometer hatte der Konvoi bereits zurückgelegt , als die Teilnehmer kurz vor Mank von Autofahrern, samt einem Transparent, angefeuert wurden.

Weiter führte die Strecke, nach einem Links-Schwenk in Richtung St. Leonhard.
Anschließend durchfuhr der Konvoi einen Kreisverkehr, vorbei an einer amerikanischen Fastfood-Kette und einer Tankstelle.
Die Raupe aus Motorrädern wälzte sich nun weiter, vorbei an einem See, nach Sooß.



Die kleine Ortschaft Steinparz war schnell durchfahren, und bei einem idyllischen Gasthof strömten die Gäste vor das Lokal, als das anhaltende Brummen der vorbeifahrenden Motorräder nicht enden wollte. Die Felder am Straßenrand standen in voller Frucht und ein leichter Wind spielte mit den Ährenspitzen.
Immer wieder säumten fröhlich winkende Menschen den Straßenrand und jubelten dem Konvoi zu.

Ursprünglich war der Streckenverlauf hier geradeaus. Beim Planen der Route malte sich Günther "GPS" den motivierenden Moment für die Teilnehmer aus, wenn sie am Tag der TOY-RUN mit ihren Fahrzeugen über den Hügel kämen und bei der gegenübliegenden Steigung, schnurgerade vor sich, einen eindrucksvollen Konvoi sehen würden.

Da aber bei jener Ortseinfahrt, bei der man beabsichtigte hineinzufahren, drei Tage vor der großen Fahrt, eine Baustelle errichtet wurde, mußte kurzfristig eine Streckenänderung vorgenommen werden, womit das beabsichtigte Panorama im wahrsten Sinne "auf der Strecke" blieb.
Damit nur ja nichts schief geht, und sich niemand verfährt, wurden eigene Wegweiser beiderseits der Straße aufgestellt und Andrea übernahm hier die Aufgabe, sowohl die Kreuzung zu sichern, als auch den Weg zu weisen.

Hier bog der Konvoi, bergab fahrend, links ein, verließ die Bundesstraße und setzte seine Fahrt durch die Botanik fort. Jener Beamte, der hier Dienst versehen sollte, sah sich plötzlich mit einer geänderten Aufgabenstellung konfrontiert. Anstelle der Nebenstraße, wo er einmündende Fahrzeuge gegebenenfalls anhalten sollte, waren es nun mehr Autos als erwartet, da er die Bundesstraße für einige Zeit zu sperren hatte. Es waren ja einige Bikes in Richtung Kinderheim unterwegs, hatte er ursprünglich gedacht.

Abseits der Hauptdurchzugssstraßen führte die Strecke immer wieder an einzelnen Gehöften und Bauernhöfen vorbei, wo die Bewohner, durch Radiomeldungen vorinformiert, schon warteten und dem Troß zuwinkten. Anderenorts nutzten die Vorinformierten, um sich mit entsprechendem Equipment auf die Vorbeifahrt der Biker vorzubereiten oder aber sie setzten sich mit Jause gemütlich an den Straßenrand, entlang der Strecke, um das Schauspiel zu beobachten. Menschen unterschiedlichsten Alters zeigten sich von den Benefiz-Bikern begeistert, selbst jene, die sonst um Motorradfahrer/innen einen großen Bogen machen würden.

Aufgrund der kurzfristigen Streckenänderung, wenige Tage vor der TOY-RUN , erreichte diese Information nicht jene Exekutiv-Beamten, die auf der anderen Seite des Ortes, am Dorfbeginn, den Konvoi abwarteten.
Als sie schlußendlich davon erfuhren und ins Ortszentrum eilten, schlängelte sich die Motorradkolonne gerade, mit einem kurzen Links-Rechts-Haken, am großen Schulgebäude vorbei, angefeuert und bestaunt von einigen Passanten und Anrainern, um dann schon wieder die Ausfahrtsstraße in Richtung Diesendorf zu nehmen.

Kurz vor der nächsten Ortseinfahrt hatten junge Ladies an ihrer Gartenhecke ein beschriftetes Leintuch montiert. Sie winkten und applaudierten den Vorbeifahrenden zu.

Weiter ging es durch eine idyllische Landschaft und nach einem Marterl, gleich neben einer Bushaltestelle, blinkte den Teilnehmern ein weiteres, aufmunterndes Transparent entgegen.

Leicht bergab fahrend, steuerte die Kolonne dem Ortsbeginn von Purgstall zu, um wenig später auf eine große Bundesstraße zu treffen.

Ein Ortssteil von Purgstall nennt sich Schauboden und das dort befindliche NÖ-Landesjugendheim. Es war im Jahr 2003 das Ziel der TOY-RUN. Daß die diesjährige Benefizbiker-Kolonne so nah an ihrer Einrichtung vorbeifahren würde, wußten natürlich sowohl die Betreuer, als auch die Kinder und Jugendlichen. Und das Schauspiel wollten sie sich ebensowenig entgehen lassen wie zahlreiche Bewohner von Purgstall.
Die Kreuzung mit der Bundesstraße war von Werner und Michi besetzt. Sie unterstützten einen Polizeibeamten bei der Sicherung. Dabei war ihr Hauptaugenmerk weniger auf die wartenden Autos gerichtet, als auf die, am Straßenrand herumzappelnden Kids, die lauthals den vorbeiziehenden Bikern zujubelten, winkten und ein Transparent schwangen.
Die Teilnehmer mit ihren Maschinen bogen, den Kids zurückwinkend, an der Kreuzung links ab und setzten ihren Weg fort.

Am Ortsende von Purgstall, befindet sich, wie vielerorts, ein kleines Shopping-Center mit einem größeren Parkplatz. Auch dort hatte sich eine Gruppe Jugendlicher aus dem LJH Schauboden postiert, um den vorbeiziehenden Fahrzeugen zuzuwinken.

Während der entgegenkommende Verkehr sich von der nächsten Kreuzung an zurück staute und dort, blockweise dazwischen durchgeschleust wurde, winkten geduldige Autofahrer und Fußgänger der Moped-Kolonne entgegen.

So mancher Teddy-Bär wirkte fast größer als das ihn chauffierende Fahrzeug. In Einzelfällen, hatte man schon den Eindruck, daß das Plüschtier das Motorrad lenkt.

Zwar war der blitzblaue Himmel von kleinen Wölkchen durchzogen, aber an das miese Wetter des Morgens konnte oder wollte sich keiner mehr erinnern - bei diesem Sonnenschein. Pessimisten, welche befürchteten während der Fahrt in einen Regenguß zu kommen, begannen unter der Regenkombi ordentlich zu schwitzen. Hundertzwanzig Kilometer hatte der Konvoi, auf dem Weg zum Kinderheim schon zurückgelegt, und für etliche Teilnehmer war diese Tankstelle am Straßenrand eine willkommene Gelegenheit Treibstoff zu tanken, Getränke zu konsumieren, oder die Blase zu leeren. Die Gelbjacke "Bleimi" versah hier, bei der Ausfahrt von der Tankstelle, Ordnungsdienst. Seine Aufgabe bestand darin, dafür zu sorgen, daß jene Bikes, die auf die Tankstelle gefahren waren, beim Wiedereingliedern in den Konvoi, keine anderen Teilnehmer gefährden oder behindern.
Über die Breite Bundesstraße, mit abwechselnd Wiesen und ein wenig Wald, ging es weiter in Richtung Kinderheim.

Die Bike-Kolonne war nun schon 124km vom Start entfernt, auf der breiten, mehrspurigen B25 unterwegs.
Nach einer langen Geraden verließ der Konvoi, kurz vor einem Brückenkopf die Bundesstraße und zog in einer engen rechts-links Kurve in Richtung Gresten. Um jenen Gegenverkehr, der die selbe Richtung einschlagen wollte, davon abzuhalten, da er sonst inmitten von einspurigen Fahrzeugen eingeklemmt wäre, hatte sich Romana auf der Rampe positioniert.
An einer zweiten Stelle der Großkreuzung war ihr Mann Wolfgang, der den Teilnehmern den Weg in die Richtung eines waldigen Straßenabschnittes wies und dabei gleichzeitig, den Konvoi kreuzende, Autos anhielt.

Nach einem Streckenabschnitt mit Wald und sehenswerter Gegend, ging es weiter nach Gresten. Die Verschmälerung der Spur am Ortsanfang, wo Kinder winkend standen, führte zu ein wenig Gedränge.
Im Ortszentrum, welches in einer Art Furt liegt, befand sich ein großer Kreisverkehr, dessen Einmündungen von Robert und Robert geregelt wurden. Auch hier säumten Neugierige den Straßenrand und feuerten die Vorbeifahrenden an.

Während der Fahrt in Waidhofen



Die Kinder und Jugendlichen, jener Sozialeinrichtungen, die am Festprogramm teilnehmen würden, trafen mit ihren Betreuern im Reichenauerhof ein. Aus den unterschiedlichsten Gegenden von Niederösterreich waren sie gekommen, denn ihr Heim war bei der einen oder anderen TOY-RUN der vergangenen Jahre begünstigt worden. Die Kleinbusse der angereisten Darsteller verblieben im Reichenauerhof, während Heimleitung, Pädagogen und Mitarbeiter einen Shuttleservice für alle ins Zentrum von Waidhofen organisierten.
Ständig mit dem Konvoi in telefonischem Kontakt, hatten Uli und Ulrike seit dem frühen Morgen im Reichenauerhof ihren Dienst versehen. Sie begrüßten die jeweiligen Kinderguppen aus den verschiedenen Einrichtungen, koordinierten deren Versorgung mit Essensbons und gingen mit den Betreuern nochmals das beabsichtigte Bühnenablaufprogramm durch.
So eine TOY-RUN wirkt auf manche wie eine Art großer Kirtag und zu einem Kirtag gehören auch Würstel, Burger und Pommes Frites. Nachdem für manche der Angereisten der Tag schon etwas länger dauerte wurde das Mittagessen auf den späten Vormittag vorverlegt. Als nun die jungen Besucher der "Stadt der Türme" sich mit ihrer Verpflegung zu den Heurigengarnituren am oberen Ende des Freisinger Berges begeben hatten, sahen sie zum ersten Mal die große "Arena" in der sie später auftreten würden.
Jene Gruppen, die ihre Mahlzeit schneller verdrückt hatten, nutzten die Gelegenheit, um ihre Darbietungen am Originalschauplatz nochmals durchzuüben.
Danach begaben sich alle Betreuer mit ihren Schützlingen über ein kleines Gäßchen, vorbei am späteren Parkplatz der Motorräder, zum Ortsanfang, so daß alle Kinder und Jugendlichen, an unterschiedlichen Stellen, die Gelegenheit haben würden, die Biker, die nur wegen ihnen gekommen waren, zu begrüßen.

In kleinen, übersichtlichen Grüppchen postierten sie sich links und rechts der Straße, stets unter den fürsorglichen Augen der Betreuer, welche auf einen entsprechenden Sicherheitsabstand zur Straße achteten.
Für die Jugendlichen aus dem Reichenauerhof bildete ein abgestellter Sattelzug die optimale Zuschauertribüne.
Einige Kindergruppen hatten eigens Transparente mit ihren Pädagogen angefertigt, um so ihrer Begeisterung Ausdruck zu verleihen.

Der aufgebaute Festplatz mit den Heurigengarnituren, der Bühne, den Videowalls mit ihrer Übertragungskamera und allerlei Technik machte Ahnungslose neugierig. Vereinzelte Besucher der Landesausstellung, aber auch Anrainer konnten sich keinen wirklichen Reim machen, warum auf dem Stadtplatz soviel Equipment aufgebaut war, wo doch weit und breit keine Gäste zu sehen waren.
Um zumindest ein wenig erklärend zu wirken, hatte man etwa eine Stunde vor Ankunft der ersten Bikergruppe ein Dokumentationsvideo über die Bildschirme ablaufen lassen.


Wieder zurück auf der Strecke



In Richtung Ybbsitz fahrend, wurde mehrmals das Gleis der dortigen Schmalspurbahn übersetzt. Die Gegend zeigte das Mostviertel von seiner schönsten Seite.



Aus einem bewaldeten Streckenabschnitt herauskommend, vorbei an steilen almähnlichen Kuhweiden, mußte der Konvoi kurz vor Ortsbeginn einen unbeschrankten Bahnübergang queren, an dem Monika und Markus Posten bezogen hatten. Nun waren es nur mehr wenige Kilometer bis zur Parkfläche beim Ziel. Monika warnte die, dem Konvoi entgegenfahrenden Verkehrsteilnehmer vor weiteren Motorradgruppen, damit sich diese auf der kurvenreichen Strecke besonders rücksichtsvoll verhalten. Markus Aufgabe war das Überwachen des unbeschrankten Bahnüberganges. Da die Bundesbahnen den Organisatoren der TOY-RUN nicht garantieren konnten/wollten, daß nicht doch ein unplanmäßiger Schmalspur-Zug queren könnte, sollten vor dem Herannahen der Eisenbahn, die Teilnehmer rechtzeitig gewarnt, bzw. der Konvoi angehalten werden. In so einem Fall hätte Markus anschließend die Aufgabe gehabt, dem "abgerissenen" Konvoi als Führungsfahrzeug voranzufahren.
Zwar hätte sich ab dieser Stelle nicht wirklich ein Teilnehmer verirren können, man war kurz vor der Ortseinfahrt von Waidhofen, aber für die Abwicklung des Schlichtens und Parkens am Ende der Fahrt, wäre es notwendig gewesen.

Direkt am Ortseingang von Waidhofen, lange bevor das erste Motorrad sichtbar war, hatte sich eine Gruppe Schaulustiger eine Stelle gesucht, um die Ankommenden zu begrüßen. Dabei wählten sie einen Platz nahe der Ortstafel, neben der die Gelbjacken ein Willkommenstransparent montiert hatten. Die Wartezeit überbrückten die aufgeregten Motorradinteressierten mit einigen Probe-"Wellen" . Am Straßenrand gesellte sich zu ihnen ein Beamter der Polizei, mit Funkgerät bewaffnet, um seine Kollegen über die Ankunft und etwaigen Rückstau rechtzeitig informieren zu können.
Recht teilnahmslos, da alles in geordneten Bahnen verlief, behielt der Beamte seine Position bei, und erfreute sich an der disziplinierten Bikermeute. Als jedoch mitten in der Kolonne ein PKW auftauchte, schritt er ein, um diesen sehr energisch aus dem Konvoi zu weisen.

Da waren sie nun! Das Brummen hatte man schon kurz vorher vernommen und nun waren die ersten Scheinwerferlichter der Motorräder sichtbar. Nach einem einzeln vorausfahrenden Motorrad, auf dem ein strahlender Günther "GPS" winkend saß, folgte ein von weitem sichtbares Begleitauto mit hochgeklapptem Early-Warner. Was dann folgte war ein Brummen in den unterschiedlichsten Nuancen, als Maschine um Maschine, Chopper folgten Roller, Toureneisen folgten Naked-Bikes, alle hupend, mit den winkenden und grüßenden Reitern vorbeiratternd.
Jubelrufe, Pfiffe, Gehupe, Sirenen und "Schau, voi geil"-Rufe durchbrachen immer wieder das Motorengeräusch der Bikes. Einige der Zuseher entlang der Straße versuchten auch die Erinnerung an diesen Moment fotografisch festzuhalten. Bei dem Versuch dies mit der Handy-Kamera gleich zu tun mußte man feststellen, daß das Motiv oftmals schon vorbei war, bevor man das Foto geknipst hatte.

Kaum hatte die Kolonnenspitze das Allee-Ende erreicht, und die ersten Fahrer die Seitenständer der Bikes ausgeklappt, schloß Maschine um Maschine, platzsparend, knapp auf. So eng wie es nur möglich und gleichzeitig vernünftig war, wurden die Eisen neben- und hintereinander geparkt, wobei einige Gelbjacken als schlichtende Einweiser fungierten.
Ernstl ließ sich von Paul mit dem Motorrad über die Hauptstraße dem Konvoi entgegen führen. Dabei kreuzten die beiden jene Abzweigung, welche die ankommenden Teilnehmer, durch ein kleines Gäßchen, zum Einmünden in Richtung Allee nehmen mußten. Ernstl stieg bei den Jugendlichen des Reichenauerhofs, auf Höhe des abgestellten Sattelzuges, vom Bike und setzte ab da seine Empfangstour, entgegen dem Konvoi, zu Fuß fort, während Paul zur Allee umkehrte, um seinen Gelbjacken-Kollegen beim Ordnen der Stahlrösser zu helfen.
Links und rechts der Straße leuchtete den Ankommenden weißes Tuch entgegen. Ein begrüßenden Transparent zur eine Seite der Straße und gegenüber eine bobachtende Beamtin in weißer Bluse. Auf der Straßenmitte ein grüßender Fußgänger.
Durch Winken und Klatschen gestikulierend versuchte der Spazierer auf der Landstraße sich bei so vielen Teilnehmern wie möglich für deren Mitmachen zu bedanken und diese zu grüßen. So viele Hände zum Abklatschen wurden ihm entgegengestreckt, daß er zwecks Entlastung, die Grußhand wechseln mußte. Während er sich immer weiter vom schattigen Parkplatz wegbewegte, hatte seine Gerda die ersten Teilnehmer auf ihrem Fußmarsch zum Festplatz angeführt.

Am äußersten Ortsende versuchten Gelbjacken den fortlaufenden Strom von ankommenden Bikes zu kanalisieren. Da das Einmünden in Richtung Allee und das jeweilige Einparken etwas Zeit in Anspruch nahm, und gleichzeitig weitere Bikes "nachstauten", bestand die Gefahr, daß die Kolonne immer breiter würde und in die Gegenfahrbahn zu reichen drohte.

Die Mannschaft der Transportbegleiter hatte ihre Autos verlassen und die nächste Aufgabe in Angriff genommen. Aufgrund der flutartig ansteigenden Fußgängerzahl in Waidhofen, welche nicht nur Gehsteige sondern auch Fahrbahnen zum Marschieren beanspruchte, kam der schon beeinträchtigte Individualverkehr zum Erliegen. Um die Sicherheit sowohl für Autofahrer als auch für Fußgänger zu gewährleisten, sorgten die Rothemden für einen halbwegs geordneten Ablauf.

Die in der Allee aufgestellten Mobil-WCs wurden zumeist von weiblichen Teilnehmern gestürmt. Später ankommende Bikes parkten in den Nebengassen der Allee, dem kleinen Parkplatz beim Friedhof und für einige, wenige war die Fahrt hier für den restlichen Tag zu Ende.

Schlußendlich fanden alle Fahrzeuge einen Abstellplatz. Egal ob älteren Baujahrs mit "rotem Taferl", Streetfighter oder Reiseenduro.

Zum Teil die Motorradjacke und den Helm tragend, zugleich ein Geschenk schleppend, marschierten die Teilnehmer in immer größeren Gruppen in Richtung der Altstadt.
Der, zu diesem Zeitpunkt fast gähnend leere, untere Stadtplatz war plötzlich mit schnaufenden und keuchenden, aber gleichzeitig fröhlich dreinblickenden Menschen gefüllt. Vorbei an der eigens eingerichteten Sanitätsstation, galt es die letzte Hürde, die Steigung des Freisinger Bergs, zu bewältigen.
Hier mußte so manch schwierige Entscheidung getroffen werden: Zuerst hinauf auf den Festplatz, Geschenk bei der Bühne abgeben und sich einen Sitzplatz reservieren, oder aber zuerst bei einer der vielen Getränke- und Gastro-Ausgabestationen anstellen.

Während sich die einen das Mittagessen schmecken ließen, ging es im Bühnenbereich hektisch zu. Die Zahlen der Verpflegungsmengen dieser TOY-RUN waren beachtlich: sechshundert Speckbrote; zweitausendfünhundertfünfundsechzig warme Speisen, eintausendvierhundert Portionen Kaffee; fünftausendachthundertacht sonstige Getränke; wobei dies nur jene Zahlen widerspiegelt, die an den Gastro-Ständen der TOY-RUN ausgegeben wurden. Die umliegenden Lokale sorgten aber ebenfalls dafür, daß die Teilnehmer nicht durstig blieben und auch ihren Hunger stillen konnten.

Da Mathilde, Margit, Michi und Brigitte erst später den Festplatz erreichten, wurden bei der Bühne die ersten Geschenke von einigen Helfern der TOY-RUN übernommen, welche noch nicht soviel Erfahrung mit dieser Aufgabe hatten. Was so einfach aussieht, Spielsachen, Bücher, Stofftiere, etc. übernehmen und dekorativ verstauen, gestaltet sich ohne Vorkenntnisse, als große Herausforderung. Denn man sollte auch beim hübschen Gruppieren auf die Gewichtsverteilung der Geschenke in den provisorischen Karton-Regalen achten. Schwere Bücher, Gesellschaftsspiele in die Mitte und unten leere Schachteln, können einen Turm bedrohlich ins Wanken bringen.
In weiterem Verlauf bedeutet dies, die wankende Stellage zu stützen und die Geschenke umzuschlichten.
So manches Präsent mußte von Teilnehmern, vor der Übergabe vom Transportmodus in den Verwendungszustand gebracht werden.

Vom vielen Winken und Grüßen schon leicht ermüdet und von der hochstehenden Sonne zusätzlich ermattet, hatten sich die einzelnen Heimgruppen, unter Benutzung einiger versteckter Altstadtgäßchen zum Festplatz begeben.
Um einerseits den Kindern und Jugendlichen einen sicheren und ungestörten Zugang zu ermöglichen, hatte man die Teilnehmer über eine breite Zugangsstraße zum Festplatz gelotst. Zum anderen wären die engen und mittelalterlichen Torbögen eine gefährliche Engstelle gewesen, die bei zu großem, zeitgleichen Andrang ein Sicherheitsrisiko dargestellt hätten, wobei beide Strecken ziemlich gleich lang waren. Jener der Kinder, als auch jener der Teilnehmer.

Auf dem oberen Stadtplatz hatten sich die meisten Teilnehmer versammelt und die Sitzgelegenheiten waren fast alle besetzt, als Ernstl sich vom hintersten Teil des "Festplatzes", durch die Reihen, in Richtung Bühne drängte. Nur unmittelbar vor der Bühne waren für die Kids und Jugendlichen der verschiedenen Heime, noch Tische freigehalten worden.

Gleich zu Beginn als Ernstl wenige Minuten vor vierzehn Uhr die Bühne betrat und hinunter auf den prall gefüllten Stadtplatz blickte, bat er aus Solidarität mit jenen Teilnehmern, die in den hinteren Sitzreihen auch das Programm verfolgen wollten, die paar Sonnenschirme zu schließen. Er ersuchte auch die Leute in den Gastgärten der angrenzenden Lokale um Verständnis. Die Motorradfahrergemeinschaft bekräftigte mit Applaus ihre Zustimmung, während einige, in den Schanigärten sitzende "Zivilisten" zwar verduzt dreinblickten, ob des unverfrorenen Ansinnens, aber trotzdem der Aufforderung folgten. Kaum hatte Ernstl erwähnt, daß hinter der Bühne sich ein Bereich für die Kinder befindet, welcher zu wenig Schatten hätte, wanderten die eingeklappten Sonnenschirme auch schon dorthin.

Auf dem Stadtplatz von Waidhofen war eine eigenartige, angenehm-familiäre Stimmung. Die bunte Mischung aus Freebikern, Passanten, Motorradenthusiasten, Anrainern, Kindern, neugierigen Einwohnern, Vertretern des öffentlichen Lebens, Angehörigen von MCs,

Als erstes begrüßte Ernstl eine Abordnung des Kinderheimes aus dem naheliegenden Schauboden, bei Purgstall, auf der Bühne. Er brachte den Teilnehmern die letzten Kilometer der Anreise in Erinnerung, in dem er ihnen erklärte, daß dies jene Kindergruppe sei, die drei Stunden zuvor an der Bundestraßen-Kreuzung den Vorbeifahrenden ein Willkommens-Spalier gebildet hatten.
Für heuer hatten die Schaubodener, angeführt von der Direktorin Eva Pfannenstiehl, einen Sketch vorbereitet, bei dem ein Motorradfahrer im Mittelpunkt des Geschehens stand, der von einem verzauberten Frosch drei Wünsche erfüllt bekommen soll. Dazu hatte sich ein Mädchen mit Lederweste und Bandana verkleidet und saß dabei auf einem kleinen Mini-Moped. Die Persiflage auf das Biker-Klischee, dargestellt von den Kids, rief Schmunzeln und lautes Gelächter beim Publikum hervor.

Als nächstes wurde von den Schaubodenern, fast schon traditionell, der Biker-Boogie gesungen. Dieses Lied, daß jedes Jahr mit neuen Strophen adaptiert wird, gehört zum Standard-Repertoire der Kids bei jedem ihrer TOY-RUN-Auftritte, seit das Heim selbst im Jahr 2003 Ziel der Benefizfahrt war. Im Text verpackt, wurden die Erlebnisse des vergangenen Jahres, welche durch Spendengelder der Motorradfahrer/innen finanziert wurden, geschildert.

Anerkennender Applaus von den Zusehern, von denen viele die Kids beim Singen des Refrains unterstützt hatten, ließ die Kinderaugen strahlen und mit winkenden Händen verabschiedeten sich die Schaubodener von den Bikern.

Beim Abgehen der Kindergruppe von der Bühne, half Ernstl das Mini-Bike vom Podium hinunter zu tragen. In seiner Moderation hakte er, auf das Moped anspielend ein, und begrüßte lobend alle jungen Teilnehmer der heurigen TOY-RUN, die auf Grund ihres Alters noch nicht Motorrad fahren dürfen. Diese Jugendlichen haben zum Teil lange Umwege und Anfahrtsstrecken in Kauf genommen, um mit ihren "Rot-Taferl-Mopetten" dabei zu sein. Die Hoffnung formulierend, daß dieser Nachwuchs auch in den kommenden Jahren wieder dabei sei, wurde vom Publikum mit zustimmendem Applaus unterstrichen.

Die eigens von den Gelbjacken im Vorfeld organisierten Softdrinks und Mineralwasser wurden an die vor der Bühne sitzenden Kids, während der Feier verteilt. Die unterschiedlichen Gruppen hatten sich zum Teil vor der Bühne auf den Boden gesetzt um den Vorführungen der Kinder und Jugendlichen aus anderen Einrichtungen zuzusehen. Im Programm ging es mit dem Landesjugendheim Pottenstein weiter.

Angeführt von der Direktorin Edith, der Pädagogischen Leiterin Sabine und dem Wirtschaftlichen Leiter Fritz waren Kids und Jugendliche aus Pottenstein gekommen.
Zehn Jahre zuvor gab es den ersten Kontakt zwischen dieser Einrichtung und den Gelbjacken. Im Jahr 1997 besuchte die TOY-RUN dieses Heim im Triestingtal.
Für ihre Präsentation hatte man sich dieses Jahr was Besonderes einfallen lassen.
Edith wies in ihrer kurzen Ansprache nicht nur auf die lange Freundschaft mit den Benefizbikern hin, sondern erwähnte auch noch zahlreiche Aktivitäten, welche ihre Kinder mit den Gelbjacken erleben konnten.
Mit dezenter Musik hinterlegt, wurde eine reichbebilderte, aufwendige Power-Point-Präsentation via Videowall ausgestrahlt. Die Bilder zeigten anschaulich, die unterschiedlichen Freizeitaktivitäten, welche die Kids mit Hilfe der Biker-Spendengelder unternehmen konnten. Während Schnappschüsse vom Strandurlaub, Erlebnisse am Ponyhof, Planschen in der Therme oder Schifahren auf verschneiten Pisten über die großen Bildschirme flimmerten, stellten dies die Kinder auf der Bühne, entsprechend kostümiert, nochmals symbolisch dar.
Da war zum Beispiel der Schikurs in Murau, untermalt von Wolfgang Ambros' "Schifoan", wedelte auf der Bühne ein Kind in Schianzug, Helm und mit Stöcken, während ein anderes Kind die Abfahrt mit einer Rodel nachahmte.



Der Reiterhof in Puchberg wurde dargestellt von Kindern mit Stecken- und Schaukelpferd, Cowboy- und Indianerkostüm, untermalt von Westernmusik.
In Matrosenanzug und mit Seemannsklamotten verkleidet, zu Rod Stewart's "Sailing", wurde von einem Segeltörn berichtet. Mit Badeanzug, Schwimmflügerln und Luftmatratze erinnerten die Kinder an mehrfache Besuch im Erlebnisbad, und diese Darbietung ging, zur Musik "Splish, splash", über in die Reminiszenzen an einen Badeurlaub aller Kids am Meer in Italien mit dem Gassenhauer "Ab in den Süden".



Unter tosendem Applaus der Zuseher verließen die strahlenden Darsteller, gemeinsam mit den stolzen Erwachsenen die Bühne und verabschiedeten sich von den Bikern.

Otto und sein Kamerateam hielten die verschiedenen Ereignisse und Abläufe, sowohl auf der Bühne, als auch im Publikum fest, um später daraus die offizielle Erinnerungs-DVD der TOY-RUN 2007 zu gestalten. Im Schatten des, an die Bühne angrenzenden, Parks wurden Teilnehmer, aber auch Kinder von Sozialeinrichtungen von Medienvertretern zum Thema TOY-RUN befragt. Im Zuge dessen versuchte auch ein Fernsehteam, die Gelegenheit zu nutzen, einige Fragen an Ernstl zu richten, als dieser, während des Pottensteiner Programmes, die Absicht hatte einen Streifzug durch das Publikum zu beginnen. Weit war er aber nicht gekommen.

Hinter der Bühne war ein hilfreicher Samariter damit beschäftigt, daß beim nächsten Auftritt alles richtig sitzt.
Auf der anderen Seite der Bühne, wo sich der Park bis zum Schloß erstreckt, lagen einige müde Motorradfahrer/innen und genossen den Schatten. Von der Landesausstellung her kommend, erreichte der Niederösterreichische Landeshauptmann, begleitet vom Waidhofener Bürgermeister und einigen Mitarbeitern, den Stadtplatz. Auf den wenigen Metern zwischen Parkausgang und ihren Sitzplätzen waren sie doch sichtlich beeindruckt, ob des prall gefüllten Areals.

Zurück auf der Bühne, galt es, den nächsten Programmpunkt anzukündigen.
In der Übergangsmoderation meinte Ernstl, daß der Bekanntheitsgrad der TOY-RUN schon fast bis nach Chicago / USA reicht und daß von dort her die nächsten Gäste kämen. Schmunzelnd fügte er hinzu, daß seine Aussage natürlich " ...... absoluter Holla ... " sei, apropos Holla....
Damit stellte er eine Abordnung des Landesjugendheimes Hollabrunn dem Publikum vor. Die jungen Damen und Mädchen, der Einrichtung, welche ausschließlich weiblichen Schützlingen vorbehalten ist, hatten sich gemeinsam mit ihren Betreuern für dieses Jahr ein mitreißendes Bühnenprogramm ausgedacht.
Mit aufgeklebten Koteletten, schwarzen Perücken und dunklen Sonnenbrillen, waren die einzelnen jungen Damen schwer erkennbar. Weiße Hemden mit gebundener Krawatte und entsprechendem Gilet, ließ das Publikum aber erahnen, was nun über die Bühne bluesen würde: Die Blues Brothers. Der Song "Everybody" riß buchstäblich jedermann/frau mit. Getragen vom stimmungsvollen Mitklatschen des Publikums legten die Ladies eine Wahnsinns-Show auf die Bühne. Als die Nummer mit Applaus endete mischten sich in die Bravo-Rufe immer mehr "Zugabe", bis schlußendlich der Stadtplatz in einem Stakkato von Zugabe-Forderungen widerhallte. Echten Künstlern gleich, hatte das Ensemble eine zweite Nummer in petto. In etwas getragenerem Tempo, mit nicht weniger Schwung, erklang das Lied von "Minnie the moocher"



Während sich die jungen Damen aus Hollabrunn, beim Abgang von der Bühne, winkend vom Publikum verabschiedeten, ergriff Ernstl erneut das Mikrophon, wartete kurz bis der Applaus für die Mädchen langsam abebbte und wandte sich dann an die versammelte Bikergemeinde. Dann wurde es auf dem Hauptplatz langsam ruhiger und auch Ernstl's Stimme wurde etwas langsamer, gedämpfter und bedächtiger. Er erwähnte seine persönliche Freude, daß heuer wieder so viele Teilnehmer gekommen seien und daß viele von ihnen schon seit Jahren treue Mitfahrer der Benefizfahrt sind. Aber, so fügte er hinzu, ist es jedes Jahr auch eine traurige Tatsache, daß der oder die Eine aus der Motorradfamilie nicht mehr unter uns weile; daß Unfälle, Alter und Krankheiten auch in den vergangenen zwölf Monaten wieder die Reihen der Biker-Community gelichtet hatten und jede/r einzelne nicht nur ein großer Verlust für die Gemeinschaft sei, sondern noch mehr für die hinterbliebene Familie, die Angehörigen und Freunde.
Der Sprecher hatte noch gar nicht weitergesprochen, als sich schon hunderte Biker auf dem Stadtplatz von ihren Plätzen erhoben hatten, wissend, was nun folgen würde. Ernstl bat, die Gemeinschaft möge einen Moment der Stille einlegen und sowohl jener Verstorbenen aus den eigenen Reihen zu gedenken, als auch jenen Familien zu Gedenken, die einen derart schmerzvollen Verlust erlitten haben oder aber, die voll Sorge und Kummer wegen eines kranken Familienmitglieds unsere Kraft und Solidarität brauchen.
Es war absolut still auf dem mittelalterlichen Platz. Tausende Menschen schwiegen im Gedanken versunken.

Nach dem für die Momente des Verinnerlichens gedankt wurde, brauste ein kurzer aber kräftiger Applaus auf. Den schwierigen thematischen Übergang suchend, erwähnte Ernstl den vermehrten Kontakt zu Medienvertretern insbesondere in den letzten Wochen vor der TOY-RUN: " .... dabei wird immer wieder betont, daß die TOY-RUN das Motorradfahren salonfähig gemacht hätte und es ja soooooo schön anzusehen sei, wenn die ach-so-wilden Biker ihr großes Herz zeigten ..."
" ... ich hab ihnen dann zumeist geantwortet .... " bei diesen Worten wurde er etwas heftiger, " .... daß wir immer schon ein großes Herz gehabt haben, daß wir auch unfallfrei mit Messer und Gabel essen können, und daß wir Biker schon immer salonfähig waren. Nur haben sich bisher nur die wenigsten die Zeit genommen uns wirklich kennenzulernen ... weil sie zumeist Berührungsängste haben und uns gar nicht kennenlernen wollten."
Mit der Einleitung: "... einer, von dem ich froh bin, daß er sich die Zeit nahm und uns kennenlernen wollte, ... und nun schon einer geworden ist, der sich den TOY-RUN-Termin ganz groß im Kalender grün einträgt, ... der Landeshauptmann von Niederösterreich Dr. Erwin Pröll ...", begrüßte er den im Publikum sitzenden Landesvater und bat ihn zu sich auf die Bühne.

Mit den Worten "langsam wochs ma zsamm" umarmte er Ernstl zur Begrüßung.
LH Dr. Erwin Pröll in seiner Ansprache: "Ich bin stolz auf euch! Vor drei Jahren, am Heldenberg, habe ich den dritten Sonntag im Juni in Niederösterreich zum Tag der Motorräder ausgerufen. Das war nicht irgend etwas so dahin gesagt, sondern wir meinen das in Niederösterreich sehr, sehr ernst und was mich am meisten freut ist, daß ihr mit dem Ernst´l Graft an der Spitze die Partner für uns seid, wenn es darum geht alles und schon wirklich alles für die Motorradfahrer in Niederösterreich zu tun. Ihr seid für uns die Helden des sozialen Engagements. Ihr seid ein Vorbild weit über diese Stadt hinaus in unser Land. Ein Vorbild, wenn es darum geht für andere da zu sein und ein Vorbild wenn es darum geht Disziplin mit euren Maschinen auf Niederösterreichs und Österreichs Straßen zu zeigen. Dafür danke ich euch meine lieben Freunde."

In seiner weiteren Ausführung, mit Hinweis auf das Flugfeld Aspern, und dem dort befindlichen Motorradfahrtechnik-Areal, erwähnte er die bevorstehende Schließung des Geländes. Da auf dem Gelände der Polizei, das dem Bundesland Wien gehört, bisher mehr als 34.000 Kursbesucher ihre Fahrtechnik verbessert hatten, sei dies ein Zeichen, daß die Motorradfahrer/innen von sich aus an Vernunft und Sicherheit im Straßenverkehr interessiert seien. Sollte, so führte der Niederösterreichische Landeshauptmann weiter aus, das Bundesland Wien den Motorradfahrern für die Zukunft kein adäquates Gelände zur Verfügung stellen, so können die Biker auf ihn und das Land Niederösterreich zählen: " .... haben wir ein entsprechendes Areal vorbereitet, ... werden das mit entsprechender Infrastruktur ausstatten und zur Verfügung stellen ..."

Während das Publikum unten applaudierte, die anwesenden Journalisten, ob der gemachten Aussagen sich verduzt Notizen machten, wollten Fotografen noch abschließende Fotos von Gerda, Ernstl und dem Landeshauptmann.

Unter den tausenden Zusehern war nicht nur eine fröhliche, gesellige Stimmung, sondern es herrschte auch ein sehr kameradschaftlicher Geist. Brieftaschen, ein Handy, eine Bankomatkarte, sowie ein Pin/Anstecker wurden im Trubel aufgefunden und von den ehrlichen Findern beim Infotisch abgegeben. Kurze Durchsagen auf der Bühne verhalfen ihren Besitzern rasch zu ihrem Eigentum, bevor der darauffolgende Auftritt angekündigt wurde.
In der Überleitung zum nächsten Programmpunkt erwähnte Ernstl die vorangegangene TOY-RUN, welche im Jahr 2006 das HPZ Hinterbrühl als Ziel hatte. Den Direktor dieser Einrichtung Ernst Tatzer, sowie die pädagogische Leiterin, Ulrike Bürger, begrüßte er im Anschluß auf der Bühne. Die beiden nahmen gemeinsam mit den, sie begleitenden Kindern, auf dem Podium Aufstellung. Der Heimleiter formulierte jene Gefühle, welche die Kinder und Betreuer seit dem vergangenen Jahr mit der TOY-RUN verbinden, wie folgt: "Für uns, damit meine ich die Kinder und uns Pädagogen, gibt es seit dem 18.Juni 2006, den Tag an dem die TOY-RUN bei uns zu Besuch war, eine neue Zeitrechnung - Vor und Nach der TOY-RUN."

Während oben auf der Bühne die Präsentation der Hinterbrühler ablief mengte sich Ernstl ins Publikum, um sich bei so vielen Teilnehmern wie möglich für das Mitmachen zu bedanken und einige ihm bekannte Gesichter zu begrüßen

Eine DVD, die von einer Jugendgruppe im HPZ Hinterbrühl erstellt wurde, zeigte was die Kinder und Jugendlichen alles, mit Spendengeldern finanziert, unternommen hatten. Untermalt wurden die Fotos von dem Musikstück "Sweet Dreams", was zu dem Thema besonders gut paßte. Sie waren gemeinsam mit ihren Betreuern in einem Klettergarten und machten die Erfahrung, daß man gemeinsam weiter kommt, als alleine. Das Reitercamp in Loipersdorf machte allen teilnehmenden Kids besonders viel Freude. Das Lama-Trekking war ein besonders aufregendes Abenteuer, denn auf so exotischen Tieren reitet man nicht so oft. Auch ein Badeaufenthalt am Attersee zählte zu den Urlauben, welche mit den Spendengeldern unternommen werden konnten. Trotz der vielen Aktivitäten sind von der bei der TOY-RUN 2006 gespendeten Summe noch zwei Drittel über.
Als Abschluß des Beitrages der Hinterbrühler Einrichtung kam die Tanzgruppe mit Gudrun als Betreuerin auf die Bühne. Die Jungen und Mädchen, sowie deren Choreografin trugen stolz die Motivshirts der TOY-RUN des Jahres 2006. Sie präsentierten den begeisterten Bikern ihre Interpretation von "Don't stop me now" der Musikgruppe "Queen" und wurden mit lange anhaltendem Applaus bedankt.

Es war zwischenzeitlich 15:00 Uhr. Die Sonne stand hoch am Himmel und so manchem war in Bikerstiefeln und Motorradkluft eindeutig zu heiß.
Mit dem Wetter bei der TOY-RUN ist es so eine Sache: daß Regen beim Motorradfahren keinen Spaß bereitet, ist klar. Daß diese Art von feuchter Luft natürlich auch das vorbereitete Bühnenprogramm der Kinder beeinträchtigt, leuchtet ebenso ein. Wie ist es aber mit strahlendem Sonnenschein? Wo liegen da die Schwierigkeiten? Nun, zum einen würden Sonnenschirme die Sicht der Teilnehmer auf das Bühnenprogramm vermindern bis verhindern. Aber wenn es trocken ist und die Sonne strahlt, ist jedenfalls die Stimmung viel besser als bei einem Gewitter. Nur muß man dabei einige Dinge berücksichtigen bzw. in Kauf nehmen. Hier gab es heuer die unterschiedlichsten Zugänge, wie Leute mit der Sonneneinwirkung umgingen: man streckte die muskulösen Oberkörper in die Sonne; streckte die schweren Stiefeln und die müden Beine von sich; man sollte aber zur Sicherheit manche Körperstellen mit Sonnencreme einschmieren oder seinen Kopf vor den Einwirkungen extremer Sonnenbestrahlung schützen. Einige versuchten sich kühle Luft zuzufächern oder versteckten sich unter einem mitgebrachten Sonnenschirmchen. Andere nutzen die kühlen Vorteile der mittelalterlichen Gäßchen.

Vom Publikum zurück, auf die Bühne kommend, berichtete Ernstl über den freudigen Umstand, daß nicht nur im TOY-RUN-Büro fleißig das Geld gezählt und die Lenkerschleifen kontrolliert wurden, sondern, daß auch noch zwischendurch einige spontane Barspenden eingetröpfelt sind. Bei der Gelegenheit lud er jene Bewohner von Waidhofen, die zwischen den Bikern im Publikum Patz genommen hatten, ein, den einen oder anderen Euro locker zu machen.
Tatsächlich ging es im "Geldzählbüro", nicht nur in Ermangelung einer Klimaanlage, heiß her. Carola, Daniela und ihr Neffe Manuel sortierten, schlichteten und zählten Geldscheine, machten Stapel, notierten Summen auf, verglichen und kontrollierten, schlichteten und zählten erneut. Dies alles unter den wachsam kontrollierenden Augen, deren Besitzer darüber hinaus, ob der enormen Bargeldsumme, bewaffnet waren. Diese Art von Sicherheitsmaßnahme stellt eigentlich keine Besonderheit dar, sondern ist ein normales Prozedere jedes Jahr bei der TOY-RUN.

Die Gelbjacken hatten sich auf dem gesamten Stadtplatz verteilt und "betreuten" jeweils eine vorgegebene Anzahl von Tischen mit den jeweiligen Teilnehmern. Durch ihre Signaljacken gut erkennbar, hatten die Motorradfahrer/innen immer einen Ansprechpartner von Seiten der TOY-RUN in Sichtweite.
Wie in den Jahren zuvor, gab es auch heuer wieder für die Teilnehmer einen Erinnerungsaufkleber, den die Crew-Mitglieder in ihren Tischbereichen verteilten.

Während auf den Videowalls diverse Fotoimpressionen von Motorradfahrern, die ein rumänisches Kinderheim besuchten, flimmerten, berichtete Ernstl über jene rumänischen Motorrad-Kollegen, die in den beiden vorangegangenen Jahren, nach österreichischem Vorbild, in Sibiu/Hermannstadt eine Benefizfahrt organisierten. Er berichtete auch, wie zu beiden Veranstaltungen, Biker aus Österreich nach Rumänien reisten, um an dieser Charity-Ausfahrt teilzunehmen.
In die Zukunft blickend schloß Ernstl seine Zwischenmoderation ab, indem er erwähnte, daß es im September 2008 nicht nur eine TOY-RUN in Rumänien, sondern wahrscheinlich auch eine erste Moldawische TOY-RUN, in Cahul geben wird und wer Interesse hätte, könne sich ja bei ihm melden. Er und ein paar Freunde würden auf jeden Fall dorthin fahren und an den Benefizfahrten teilnehmen.

Daß es auch in Österreich nächstes Jahr eine TOY-RUN geben würde, war jedem, der hier Anwesenden zwar sonnenklar, trotzdem erwähnte es Ernstl aus mehreren Gründen. Zum einen, weil der Start der Benefizfahrt 2008 nicht wie bisher vom Parkplatz der SCS oder vom Flugfeld Aspern starten würde, sondern von der Wiener Brünner Straße / Nordbrücke. Dieser außergewöhnliche Treffpunkt für die TOY-RUN bedurfte einer genaueren Erklärung und so mußte Ernstl etwas weiter ausholen: "Die TOY-RUN findet stets am dritten Sonntag im Juni statt. Das traditionelle Donauinselfest in Wien findet jedes Jahr eine Woche später statt. Diese Abstimmung der beiden Events ist deswegen besonders wichtig, weil bei beiden Veranstaltungen der Bedarf an Heurigengarnituren enorm groß ist. Jetzt kommt die erste Schwierigkeit: das Donauinselfest findet nächstes Jahr am 3. Sonntag im Juni statt**, also zeitgleich mit der TOY-RUN. Die nächste Herausforderung, der wir uns stellen müssen, ist, daß im kommenden Jahr die Fußball-Europameisterschaft stattfindet, welche doch sehr viele Männer, und demzufolge Motorradfahrer interessiert."
Verständlicherweise folgte als nächstes ein Appell an die Teilnehmer, im Interesse der Kinder, trotz Fußball-EM die TOY-RUN zu unterstützen.
Mit einem schmunzelnden Lächeln erklärte Ernstl dann in weiterer Folge: " ... aber es ist uns schon gelungen, daß der dritte Sonntag im Juni, der Tag der TOY-RUN, bei dieser Serie von Sportevents als spielfreier Tag eingeplant wurde." Die Zuschauer lachten mit Ernstl und applaudierten. Die Details zum Treffpunkt Brünner Straße/Nordbrücke würde man in den kommenden Wochen auf der Homepage der TOY-RUN finden.

**(Anfang Dezember 2007 entschlosen die Veranstalter des Donauinsel-Festes, ihren Event auf September zu verlegen).

Bei dieser Gelegenheit dankte Ernstl auch all jenen, die im Laufe des Nachmittags die jeweiligen Speichermedien ihrer Fotoapparate zum Infotisch brachten, damit dort Goofy und Schlucki die jeweiligen Fotos kopieren konnten, um in späterer Folge mit den Bildern, die Story auf der Homepage zu unterlegen.
Zum Schluß wies er noch auf die bevorstehende Rückfahrt, die für ca. 17 Uhr geplant war, hin, daß ein ca. 45 Kilometer langer Abschnitt durch das malerische Mostviertel führen würde. Der Streckenverlauf, aber auch die Sicherung der entsprechenden Kreuzungen, sollte viele Teilnehmer motivieren, gemeinsam mit den Gelbjacken, sofern sie Richtung Wien fahren müssen, die Heimreise anzutreten.

Die bisherigen Auftritte und Vorführungen der Kinder und Jugendlichen stellten gewissermaßen einen Rückblick auf vergangene Benefizveranstaltungen dar. Mit dem Tanz der Hinterbrühler, wurde die Vergangenheit beendet.

Nun wurde - als Leiterin des diesjährig begünstigten Heimes - Gerti Apfalter auf die Bühne gebeten. Sie begrüßte zuerst einmal die Teilnehmer und Besucher der diesjährigen TOY-RUN und dankte im Namen ihrer Kinder für das Kommen von einer derart überwältigenden Anzahl an Motorradfahrer/innen, bevor sie die erste Künstlergruppe ihres Heimes ankündigte.

Die folgende Show wurde von einer Betreuerin organisiert, welche mit den Jugendlichen den Tanz zu "Sorry, I heard it before" einstudiert hatte und auf der Bühne präsentierte. Dabei wirbelten die Jugendlichen zu fetzigen Rhythmen über die Bühne und so manche lange Mähne wurde bei den Tanzbewegungen geschwungen.



In seiner Übergangsmoderation, während die nächsten Akteure des Reichenauerhofes das Podium betraten, konnte sich Ernstl, im Bezug auf die fliegenden Haare, nicht die Bemerkung verkneifen, daß auch er einmal eine derart lange Haarpracht hatte, von der nicht mehr viel übrig ist.

Mit Ernstl Bemerkung über die üppige Haarpracht fühlte sich nun auch Landeshauptmann Pröll angesprochen. Er betrat nochmals die Bühne und nahm mit folgenden Worten auf diese Anspielung Bezug: " ... er is scho a klasser Bursch der Ernstl, aber eines stört mich schon an ihm ......: seine Frisur, sein Zopferl!"
In dem folgenden, freundschaftlich-humorvollen Geplänkel meinte Pröll, daß er eine Wette vorschlagen würde. Sollten im kommenden Jahr mehr als 4.000 Bikes bei der TOY-RUN mitmachen, würde er Ernstl das Zopferl abschneiden und dieses vielleicht versteigern lassen, für einen guten Zweck. Dieser Vorschlag wurde von den Zusehern mit hämischem Grinsen und Applaudieren zustimmend quittiert. Danach holte der niederösterreichische Landeshäuptling, der sich Ernst's Skalp zu holen beabsichtigt, noch Gerda's Zustimmung zu dieser Wette ein.
Unter lautem Gelächter meinte sie nur auf die Frage, ob es OK wäre, wenn er das Zopferl verlieren würde, daß sie zustimme, aber auf den Vokal bestünde sie (Zopferl/Zipferl).

Landeshauptmann Pröll erwähnte, daß er heute, bevor er der Feier mit den Bikern beiwohnen konnte, die 100.000 Besucherin der Landesausstellung, welche gerade in Waidhofen stattfände, geehrt und beschenkt hätte und aus diesem Grunde, wolle er bei dieser Gelegenheit auch die Motorradfahrer/innen beschenken und lud alle zum Gratisbesuch, sowohl hier in Waidhofen, als auch im benachbarten St. Peter/Au ein. Mit diesen Worten verabschiedete sich der Niederösterreichische Landeshauptmann und wurde mit Applaus von der Bühne gegleitet.
Junge Damen von der Landesausstellungsagentur gingen nun durch die Reihen und verteilten die Gratiseintrittskarten. Zusätzlich beschenkten sie die Anwesenden auch mit gelben Aufnähern des Landes Niederösterreich während aus den Lautsprechern einsetzende Musikrythmen den nächsten Auftritt ankündigten.

Während der Verabschiedung des Landeshauptmannes hatte die zweite Tanzgruppe der Waidhofener Kids geduldig gewartet. Ihre Begleitmusik von "Hit the road jack" riß die Zuseher nicht nur zum Mitklatschen sondern auch zum Mitsingen hin, wobei die Bässe der voluminösen Bikerkörper dieses Singen eher wie ein Mitgrölen klingen ließ.



Im Anschluß daran kündigte die Heimleiterin des Reichenauerhofes eine Power-Point-Präsentation auf DVD an, womit sich ihre Einrichtung vorstellen wolle, damit das Publikum mehr über das Heim und sein Leistungsangebot erfahren könne. Diese Präsentation gab einen groben Überblick über Aufgaben des Heimes und seine Betreuungsmöglichkeiten. Gut gemeint von ihr, aber leider nicht gut präsentiert. Die ausgewählten Bilder der Präsentation waren zwar zum Großteil sehr aussagekräftig, doch konnte man, ihre Erläuterungen dazu kaum hören. Auch war festzustellen, daß sich das Publikum, welches sich für Kinder engagiert, mehr für Präsentationen von Kindern interessiert, als für "trockene Facts".

Direktorin Apfalter bedankte sich nochmals bei den Bikern für ihr Kommen und versuchte das Mikrophon an Ernstl weiterzugeben. Dies mißglückte, da Ernstl bei seinem Ausflug durch das Publikum aufgehalten wurde. Gerda, als Erziehungsberechtigte von Ernstl, setzte einen Euro Finderlohn für denjenigen aus, der Ernstl zur Bühne geleitet, da dieser einen sehr schlechten Orientierungssinn besitzen würde. Diese Bemerkungen riefen schallendes Gelächter bei den Zusehern hervor.

Um auch jenen Teilnehmern, welche im hinteren Bereich des Festplatzes, am weitesten entfernt von der Bühne, auf ihren Garnituren saßen, zu begrüßen, hatte Ernstl versucht sich durch die Menge nach hinten durchzuarbeiten, wobei er natürlich durch einige Wiedersehens-Plaudereien am raschen Fortkommen gehindert wurde. Ohne Mikrophon, allein auf seine Stimmbänder angewiesen, stand er auf einem der Heurigentische nahe der Mariensäule. Zwar hörte er via Lautsprecher die Suchdurchsage, doch war es ihm ein persönliches Bedürfnis nicht nur ständig auf der Bühne präsent zu sein, sondern in Mitten der Teilnehmer, da er sich selbst als einen Teilnehmer empfindet. Als er sich wohl oder übel wieder in Richtung Bühne in Bewegung setzte, von der aus man ihn nicht in der Menge erspähen konnte, kam schon die nächste Suchmeldung.
Die Tontechnik startete zur Überbrückung Musik während immer mehr Rufe aus dem Publikum erschallten "do is er jo". Worauf Ernstl Richtung Bühne zu laufen begann und dabei eingeklatscht wurde.



Keuchend erreichte er die Bühne und bat alle jungen Künstler, die Kinder aus den unterschiedlichen Einrichtungen, die heute aufgetreten waren, zu sich auf die Bühne.
Es war etwa 15:30 Uhr und da sein Ansinnen eine gewisse Zeit in Anspruch nahm, überbrückte er die Zeit, um mit verschiedenen Hintergrunddetails die Teilnehmer zu informieren
Unterwegs zur Bühne hatte er noch einen 5 Euro-Schein als Spende von einem Unbekannten in die Hand gedrückt bekommen. Dies nahm er zum Anlaß, um dann wieder verstärkt durch das Mikrophon das Thema Spendenkonto zur Sprache zu bringen. Er erklärt dabei, daß all jene Spenden, die zwischen zwei TOY-RUNs, bei den unterschiedlichsten Gelegenheiten auf das eigens dafür eingerichtete Spendenkonto kommen und daß in den vergangenen zwölf Monaten besonders viel Großzügigkeit geschah. Dies ermöglichte unter anderem im August 2007 eine viertägige Wienreise von 25 Kindern aus Oberösterreich***.

***(Nachzulesen im Bereich Aktivitäten August 2007 "Freude bereiten - Freunde gewinnen")

Gleichzeitig wies er auf den, von den Gelbjacken initiierten Bastelwettbewerb hin, bei dem Kinder und Jugendliche aller Niederösterreichischen Sozialeinrichtungen eingeladen wären, bis zum Ende des Jahres 2007 ein Motorrad aus Pappmache zu basteln****. Diese Kunstwerke, die mindestens einen Meter groß sein sollten, würden sowohl mit Geldpreisen belohnt, als auch mit einem Tagesbesuch im Wiener Prater für die erstplazierte Gruppe. Jenes Geld, das als Prämierung bei diesem Wettbewerb ausgeschüttet würde, hatte Ernstl im vergangenen März bei der Preisverleihung***** "Löwenherz" für sein Engagement erhalten.

****(Details siehe im Bereich Aktivitäten 2007 "Kinder-Schichtarbeit, die sogar Spaß macht")

****(Details siehe im Bereich Aktivitäten 2007 "TOY-RUN erhält den Löwenherz-Preis 2007")
Als die letzten Kids auf der Bühne ihren Platz gefunden hatten, bekamen alle jungen Akteure einen riesigen Dankeschön-Applaus der nicht zu enden schien und in Standing Ovations gipfelte.

Ernstl begrüßte den Bürgermeister der Stadt Waidhofen, Dr. Wolfgang Mair, und bat ihn zu sich auf die Bühne. Jetzt, wo die Veranstaltung sich dem Ende zuneigen würde, könne man nicht nur dem Hausherrn, nach der Motorrad-Invasion, seine Stadt zurückgeben, sondern es wäre auch eine passende Gelegenheit, sich bei Dr. Mair, in Vertretung von all seinen Mitarbeiter/innen, herzlich zu bedanken, für die tolle Unterstützung im Vorfeld der heurigen TOY-RUN.
Da aber, fügte Ernstl hinzu, Politiker und Bürgermeister nie eine Bühne betreten, ohne das Mikrophon und damit das Wort zu ergreifen, bat er den Stadtvater, statt einer Rede zu halten, gemeinsam mit den Kindern aller beteiligten Sozialeinrichtungen und zusammen mit der Heimleiterin Gerti Abfalter, das Abschlußlied zu singen.



Die Kids aller Einrichtungen hatten einen gemeinsamen Song, "Für immer jung" einstudiert, dessen Text bis zu einem gewissen Grad den Geist der Motorradfahrer bei der TOY-RUN wiedergibt und viele zum Mitklatschen oder Mitsingen animierte.

Der Bürgermeister, überreichte noch rasch vor dem Einsetzen der Musik ein kleines Geschenk an Ernstl und ließ diesen aber nicht von der Bühne gehen sondern bat ihn, natürlich mitzusingen.
Wenn man als Kind von drei Erwachsenen umgeben ist, die in den unterschiedlichsten Stimmlagen und - qualitäten singen, kann es schon passieren, daß man die Augen verdreht.

Dieses Gemeinschaftslied kündigte schön langsam das Zuendegehen der fünfzehnten TOY-Run an, Es fehlten nur noch die offiziellen Ergebnisse, wofür die Bühne wieder frei gemacht wurde.
Es dauerte ein wenig, bis alle Kinder sicher über die Treppen, die Bühne verlassen hatten. Dies, und die Erwartung auf die nun folgende Verkündung der offiziellen Ergebnisse der TOY-RUN 2007, ließen die Stimmung im Publikum steigen.

Hinter der Bühne hatte Erich schon die entsprechenden Schautafeln mit Farbspray beschriftet. Zeitgleich setzte sich eine Gruppe von Gelbjacken in Richtung Freisinger Berg in Bewegung. Dort waren alle Transportpaletten gestapelt, auf denen die Heurigengarnituren herantransportiert worden waren. Jeder von ihnen schnappte sich eine Palette und begab sich zu unterschiedlichen, vorher vereinbarten, Stellen des Oberen Stadtplatzes.

Während Gerda einige Kinder mit den verdeckt gehaltenen Tafeln auf die Bühne geleitete und gemeinsam mit Brigitte und anderen Gelbjacken die Reihe ausrichtete, bat Ernstl die Leiterin des Landesjugendheimes Reichenauerhof vor die Bühne, wobei sie sich nicht umsehen durfte und nur in Richtung Stadtplatz blicken durfte.

Die Kids standen mit den Tafeln auf der Bühne und hatten die beschriftete Seite der Holzplatten zu sich gewandt. Langsam hob ein Kind nach dem anderen eine Tafel, drehte sie und zeigte dem Publikum die aufgesprühte Ziffer, währenddessen die Zahl jeweils über Lautsprecher durchgesagt wurde. Unten stand die Heimleiterin, lauschend die Augen rollend, setzte sie im Geiste die einzelnen Ziffern, von rechtes beginnend, zu einer Endzahl zusammen.
Die offizielle Teilnehmerzahl der TOY-RUN 2007 betrug 2.960 Fahrzeuge.
Tosender Applaus mischte sich mit Gemurmel: " ... de vierzig Mopeds hätt' ma a no packt, damit's dreitausend wean!"

Jene Kids, welche die Tafeln mit dem Teilnehmerergebnis hielten, begaben sich nun, die Holzplatten noch immer vor sich haltend, vor die Bühne. Dieselbige wurde nun von einer größeren Anzahl von Kindern und Jugendlichen betreten. Auch sie trugen vorgefertigte Tafeln und stellten sich in einer Reihe auf.
Die Spannung stieg und wie schon bei der Teilnehmerzahl wurde eine Tafel nach der anderen angehoben und dem Publikum gezeigt. Ziffer für Ziffer wurde sichtbar und bei jeder erkennbaren Zahl wurde diese vom Publikum begeistert, lautstark vorgelesen. Die Heimleiterin war mehrmals versucht sich zur Bühne umzudrehen. Jede der gezeigten Tafeln wurde von den Teilnehmern eingeklatscht, bis schlußendlich die offizielle Spendensumme der TOY-RUN 2007 deutlich abzulesen war.
Die Benefizfahrt zu Gunsten der Kids im Reichenauerhof erbrachte € 50.158,12!
Hunderte Fotoapparate waren auf die Bühne gerichtet um jene, zweithöchste Spendensumme seit Bestehen der TOY-RUN, bildlich festzuhalten, während Gerda eine große, durchsichtige Plexibox, welche mit der stattlichen Summe Bargeld gefüllt war, in die Höhe stemmte.

Die, auf die Bühne gebetene, Heimleiterin, bekam das schwere Behältnis mit dem Spendengeld überreicht, mußte es aber gleich darauf wieder abgeben, weil sie erneut ein Manuskript hervorkramte. Ergriffen begann sie sich, zum Teil an ihren "Schummelzettel" klammernd zu bedanken und sie hörte nicht auf von ihrem seitenlangen Manuskript vorzulesen. Selbst als sie keinen Text mehr abzulesen hatte, setzte sie ihre Dankesrede weiter fort. Sie wies daraufhin, daß alle Geschenke gerecht auf alle Kinder, anläßlich von Geburtstagen, Sommerfest oder auch als Geschenken der Kinder untereinander (so würden sie teilen und schenken lernen), verteilt werden und mit der großen Summe mit Sicherheit sehr sorgsam umgegangen werden wird. Die ihre Vorstellungen überschreitende Summe wird unter ganz genauer Abrechnung den "Extras und Vergnügungen" der Kinder und Jugendlichen dienen.

Noch bevor Ernstl ans Mikrophon trat und das offizielle Ende der diesjährigen Benefizfahrt verkündete, hörte man ein vielfaches Klacken auf dem Stadtplatz, daß von den alten Gebäuden widerhallte. Mit den Worten :" Viele Hände rasches Ende", wollte Ernstl um Mithilfe beim Räumen, beziehungsweise Säubern des Festplatzes bitten. Dies bedurfte jedoch keiner wirklichen Aufforderung, denn die Bikergemeinde hatte von selbst, wie in den Jahren zuvor, begonnen, die Heurigengarnituren einzuklappen. Geleitet von den jeweiligen "Palettenbetreuern" der Gelbjacken, wurden auf dem Stadtplatz einzelne Stapel bestehend aus Tischen und Bänken, errichtet. Anrainer blickten aus ihren Wohnungsfenster und kamen aus dem Staunen nicht heraus.
Während die einen, den verbliebenen Müll von den Tischen räumten und diesen in die vorbereiteten Müllsäcke verbrachten, leerten andere die wassergefüllten Aschenbecher in eine eigens dafür vorbereitete Tonne. Anderenorts, wo die Mülltonnen zu klein waren, wurden fein säuberliche Häufchen gebildet, auch um hier den guten Willen zu unterstreichen, wenn auch Behältnisse fehlen.

Vor diesem Hintergrund, während der Festplatz von den Teilnehmern in seinen Ursprungszustand zurückversetzt wurde, wurde die Heimleiterin von Medienvertretern interviewt, wobei die Medienvertreter, ob des Ordnungssinnes der Biker, aus dem Staunen nicht herauskamen.

Etwas verschwitzt, sich am Brunnen erfrischend, war man mit dem Ergebnis des Tages und dem Aufräumen zufrieden.
Die Teilnehmer machten sich nun langsam auf den Weg in Richtung ihrer geparkten Motorräder und das Stadtzentrum begann sich langsam zu leeren. Zurück blieb ein sauberer Festplatz, eine leere Bühne, die Paletten mit den Heurigengarnituren und mehrere Grüppchen blauer Müllsäcke, welche von der Stadtverwaltung sogleich abgeholt wurden.
Unterstützt von einigen Helfern aus dem Reichenauerhof, verfrachteten Gelbjacken die Geschenke in vorbereitete Kartons, wobei sie zum Großteil auch das "Bühneregal" verwendeten. Für die unzähligen Plüschtiere hatte man zahlreiche Bettbezüge vorbereitet, in die man die Kuscheltiere einfüllte, um sie vor Verschmutzung zu bewahren und leichter transportieren zu können. Mittels Kleinbussen wurden all die Geschenke, die die Biker/innen mitgebracht hatten, vom Stadtzentrum ins Heim, am Stadtrand, transportiert.

Vermehrt hörte man startende Motorräder, die ersten Teilnehmer machten sich auf den Heimweg, während andere in Richtung Allee marschierten, wo die Bikes aufgestellt waren. Kurz vor siebzehn Uhr gab Ernstl das Zeichen und angeführt von einigen Gelbjacken galt es nun die Teilnehmer sicher über die Rückfahrstrecke zu geleiten.

Die Rückfahrt



Die erste Gruppe startete ihre Bikes und langsam begann die Motorradlawine aus der Allee zu brummen.
Langsam, das Tempo noch sehr gering haltend, bewegte sich der Zug durch die Innenstadt, dem Tunnel im Zentrum entgegen.
In den Straßen von Waidhofen winkten die Einwohner den abfahrenden Benefizbikern zu. Hatten sie am späten Vormittag noch skeptisch die ankommenden Motorradfahrer/innen beäugt, so lächelten sie nun und streckten anerkennend den Daumen zum Gruß hoch.
Ein weiterer Kreisverkehr wurde durchpflügt, und man fuhr Richtung Ortsende.
Vorbei an der Burg mit der umstrittenen Glaskuppel, um kurz vor der Ortsausfahrt rechts über eine Brücke, die Ybbs querend in Richtung St. Leonhard abzubiegen.
Geleitet von etlichen Gelbjacken setzte sich die lange Schlange an einspurigen Kraftfahrzeugen in Richtung Wien, auf Nebenstraßen, in Bewegung.
Diese versteckte Gemeindestraße führt an der Hinterseite des Schwimmbades entlang und als die Motorräder in einem rechts-links Haken am Parkbad vorbeifuhren, strömten neugierige Badegäste zu den Absperrungen und Ausgängen.
Mit grüßend erhobenen Händen verabschiedeten sich die vorbeiziehenden Benefizbiker von der gastfreundlichen Stadt.
Auch jene, deren Motorrad nicht mehr fahren wollte, verließen, mit Hilfe des Pannendienstes Waidhofen.

Langsam wand sich die versteckte Straße einem Berg empor. Angenehm zu durchfahrende Kurven ließen die Motorräder durch eine, mit Waldstücken durchzogene, Landschaft gleiten, bis man schlußendlich auf einen Bergkamm gelangte.
Als die Biker den Bergrücken in Richtung St. Leonhard entlangfuhren, bot sich auf der autofreien Straße ein atemberaubender Blick über das weite Tal.
Statt winkenden Passanten traf man hier auf Glocken-bimmelnde Kühe.
Langsam bergab fahrend, mehrere Serpentinen passierend, ging es auf der anderen Seite des Berges weiter.

Über Schliefau, ein kurzes Waldstück durchfahrend, ging es weiter über Randegg nach Perwarth. Hier begegneten die heimfahrenden Biker wieder jenen Schienensträngen der Schmalspurbahn, die sie vormittags mehrmals übersetzt hatten.

Die Abendsonne warf zum Teil lange Schatten als der Konvoi, vorbei an etlichen Schaulustigen durch die Ortschaft Wang fuhr.

Vorbei an weiten Feldern führte die Heimfahrstrecke nach Steinakirchen am Forst. Nach einer Doppel-S-Kurve ging es über einen unbeschrankten Bahnübergang, der von Christian und Sylvia gesichert wurde. Ihre Aufgabe war es, für den Fall, daß unerwarteter Weise ein Zug käme, den Konvoi rechtzeitig zu unterbrechen und gegebenenfalls jenen Teilnehmertroß anzuführen, welcher das Vorbeifahren der Eisenbahn abzuwarten hätte. Die Kühe, welche auf der angrenzenden Weide liegend, ihr Mahl wiederkäuten, beobachteten verduzt jene Brummer, die an ihnen vorbeizogen.

Unweit dieses Bahnüberganges, im Zentrum eines Kreisverkehres befinden sich übergroße Birnen und Äpfel, welche als Symbol des Mostviertels dort aufgestellt sind. An diesem Kreisverkehr, dem letzten vor der Autobahn, hatten Christian und Fredl die Aufgabe, die Exekutive zu unterstützen und die sichere Fahrt der heimwärts drängenden Biker zu gewährleisten. Die beiden waren schon eine halbe Stunde vor der Konvoi-Spitze an ihrer Kreuzung und warteten. Da kam schon der erste Streifenwagen und auf Fredl's Frage, ob dies die eingeteilten Beamten seien: "Seids Ihr unsere Unterstützung.", kam die verblüffende Antwort der Uniformierten: " Nein, die sind wir nicht. Wir haben nur über Funk gehört, daß hier an dieser Stelle über 1000 Bikes vorbeikommen sollen, das wollen wir auch sehen."
Ungefähr zehn Minuten später kam ein weiterer Streifenwagen, blieb stehen, die Besatzung unterhielt sich durch das Fenster mit den, schon am Kreisverkehr weilenden, Kollegen. Nach kurzem Wortwechsel, parkten die frisch angekommenen ihr Fahrzeug, stiegen aus dem Wagen und gesellten sich zu ihren Kollegen. Auch sie waren nicht die angekündigte Positions-Wache, sondern, nach ihren eigenen Angaben, ebenfalls nur zwei Männer, die das angekündigte Spektakel sehen wollten.
Minuten später trafen zwei weitere Beamte an diesem Verkehrsknoten ein und meinten, sie seien zwar nicht eingeteilt, aber "...so was kriegt man ja nicht alle Tage zu sehen..", parkten den Einsatzwagen und stellten sich an den Rand der Verkehrsfläche.
Minuten später brummte der TOY-RUN-Troß auf den Kreisverkehr zu und es schien, als ob die Beamten jetzt verstanden, warum an dieser Stelle zwei Gelbjacken eingeteilt waren. Als der Konvoi durch den Kreisverkehr kurvte, war der Kreuzungsbereich von sechs Beamten gesichert, womit dies an diesem Spätnachmittag der wohl best bewachte Kreisverkehr in Niederösterreich war.
Fredl und Christian blieb nur, den vorbeifahrenden zuzuwinken und sich am Konvoi-Ende in die Heimfahrergruppe einzureihen.

Die Auffahrt der Motorrad-Kolonne, bei Ybbs auf die Autobahn, funktionierte zu Beginn recht reibungslos. Autobahnmeisterei und Exekutive hatten, schon weit vor der einmündenden Rampe, den rechten Fahrstreifen des Highways gesperrt. An dieser Stelle war auf Grund von Bauarbeiten die Geschwindigkeit sowieso auf 80 km/h gedrosselt und das Eingliedern der Bikes in den Rückreiseverkehr dieses Sonntag-Spätnachmittags funktionierte sehr gut. Leider gaben die Beamten diese Sicherungsmaßnahme zu früh auf, sodaß verspätete, abgesprengte Kleinstgruppen von Bikes, am hinteren Teil des Konvois nicht mehr in den Genuß dieser Verkehrsmaßnahmen kamen.

Vorbei an Wieselburg und Melk tuckerte die riesige Motorradkolonne über die Autobahn in Richtung Wien.

Bei Melk erlaubte die Unterbrechung der, die Autobahn umspannenden, Lärmschutzwände einen Blick auf das Stift an der Donau. Es war eine der wenigen Momente der Abwechslung auf dieser Heimfahrt.

Die bekannten Bilder waren wieder auf der Rückfahrt, als man die Gegend um Loosdorf passierte: Windräder und Raststation.
Warme Abendsonnenstrahlen im Rücken, ritt der disziplinierte Pulk weiter in Richtung St. Pölten.
Als sich der Verlauf Landeshauptstadt senkte, bot er ein tolles Bild der heimfahrenden Kolonne.

Ab Preßbaum hielt das Rumpeln der Betonplatten die heimfahrenden wach, weil nach so vielen Kilometern, im monotonen 80 km/h-Tempo, sehnte sich manche/r Motorradfahrer/in schon nach einer Tasse Kaffee.

Die Stadtgrenze war erreicht. "Wien ist anders," stand auf großen Werbetafeln. Für die heimkehrenden Motorradfahrer war der Unterschied augenscheinlich, als man bei einer roten Ampel anhalten mußte.
Über die Grünbergstraße ging es die letzten gemeinsamen Kilometer zum Endpunkt der Rückfahrt, dem Schutzhaus Meidling, dem monatlichen Treffpunkt der TOY-RUN-Crew.
Auf der Wienerbergstraße, der letzten Kreuzung, ließen sich Gerda & Ernstl es sich nicht nehmen, diesen Verkehrsbereich persönlich zu sichern.

Ohne größere Zwischenfälle war also auch die Rückfahrt sicher geglückt.
An die dreihundert Biker blieben noch ein Weilchen im Gastgarten und bei erfrischenden Gertänken, herzhafter Küche und stärkendem Kaffee, ließ man den Tag, mit Gesprächen über das Erlebte, im Schutzhaus Meidling ausklingen, bevor auch das letzte Crew-Mitglied müde nach Hause fuhr.

Am Tag danach



Etliche Gelbjacken hatten sich extra auch für den Tag nach der TOY-RUN Urlaub von ihrem Arbeitsplatz genommen, um unterstützt von einigen Betreuern, die Unmenge von Geschenken und Spielsachen zu sortieren und zu ordnen.
Nach einer kurzen Stärkung mit schwarzem Bohnengebräu ging es in Waidhofen flott ans Werk. Im Geräteschuppen stapelten sich unzählige Kartons, gefüllt mit den schlichtbaren Geschenken, welche die Motorradfahrerinnen und Biker am Tag zuvor mitgebracht hatten. Daneben, vor Staub geschützt, in Bettwäsche gehüllt, schlummerten die Teddybären, Plüschtiere und großen Puppen.
Nachdem man alle Kartons und Geschenke aus dem Schuppen geräumt hatte, wurden alle Präsente ausgepackt und nach Art und Verwendungszwecke sortiert.

Warum wird kontrolliert & sortiert?

Danach wurden die Geschenke wieder, in beschriftete Kartons verpackt, sodaß Autos bei Spielzeugautos, Brettspiele bei Gesellschaftsspiele, Puzzles bei Puzzles, etc. verstaut waren.



Die kontrollierten und sortierten Pakete kamen danach zurück in den Schuppen, wo die Kinder und Jugendlichen in den Tagen danach, ähnlich den Gängen eines Supermarktes, nach Herzenslust auswählen konnten. Der Geschenkeberg reichte bis unter die Decke der Holzhütte.

Nach dem Mittagessen war keine Zeit zum Ruhen, denn noch immer gab es zahlreich Kartons mit zu sortierendem Spielzeug. Als man am späten Nachmittag, müde, aber zufrieden, die Arbeit abgeschlossen hatte, verabschiedeten sich die Gelbjacken in besonderer Weise von den Kindern, welche tagsüber die Schulbank drücken mußten, beziehungsweise den Kindergarten besuchten. Mit bunter Farbkreide verewigten sich die emsigen Crewmitglieder auf einer Asphaltfläche vor dem Geschenkelager.

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Damit war ein vorläufiger Schlußpunkt unter die TOY-RUN 2007 gesetzt worden. Doch drei Monate zuvor wurde schon mit den Vorbereitungen zu TOY-RUN 2008 begonnen.
Im Interesse der Kinder "Im Räubertal" wünschen wir uns, daß auch Du und Deine Bekannten, trotz anderer Großereignisse, gesund und wohlbehalten, am 15. Juni 2008 dabei bist! Auf DICH zählen alle!
Happy Moments
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letzte Aktualisierung: 21. Jan. 14 · 08:10 Uhr