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15. Juni 1997 · 5. TOY-RUN , Landesjugendheim Pottenstein, NÖ


Da kein Sponsor für ein Mailing zu finden war, fuhren Ernstl und ein paar Freunde nächtelang durch ganz Wien und steckten insgesamt 1.800 Flugzettel in parkende Motorräder. Im Raum Wr. Neustadt besuchten Silvia und Toni zahlreiche Tankstellen und hängten dort Plakate auf.

Dieses Jahr gab es zwei Startpunkte: das Millwaukee Biker-Pub in Wien, Hegelgasse und Sturgis Biker-Store in Wr. Neustadt, Sieglgasse. Toni & Silvia organisierten mit Freunden die Abfahrt von Wr. Neustadt, während Ernstl und sein Team in der Hegelgasse mit einer, überraschend eingerichteten Baustelle zu kämpfen hatte. Die Absperrung der Baustelle nahm die halbe Straßenfläche in Anspruch und so war das Schlichten der Bikes etwas erschwert.

Der Sonnengott meinte es mit den Kindern und der TOY-RUN besonders gut und bei strahlendem Sonnenschein fuhr der Wiener Konvoi, unterstützt von "weißen Mäusen" über den Ring bis zur Oper um dann weiter über die Wienzeile in Richtung Grüner Berg zu fahren. Einige Autofahrer, die Ampelphasen und die Straßenbahn brachten eine Gruppe von ca. 40 Motorräder, welche vom Start im zweiten Drittel des Pulks fuhren, "aus der Reihe": Nachdem sie an einer Ampel, kurz vor der Oper halten mußten, verloren sie die Bikes vor ihnen aus den Augen und fuhren stolz eine komplette "Ring-Runde" und landeten so, mit etwas Verspätung erneut am Parkring. Otto und Ditsch, welche das Biker-Pub gerade abschlossen und die letzten Start-Utensilien, wie Tische und Sessel, verstauten, waren gerade dabei dem TOY-RUN-Konvoi nachzufahren, geleiteten diese Gruppe, mit leichter Aufholjagd, der Hauptgruppe nach. Der gesamte Wiener Troß schaffte es aber, über Liesing, Breitenfurt nach Heiligenkreuz, wo die Wr. Neustädter-Gruppe dazukamen.

Auch hier zeigte sich, das neben guter Vorbereitung auch viel Glück zum reibungslosen Ablauf eines TOY-RUN-Tages erforderlich ist: ein Monat vor der TOY-RUN hatte Papst Johannes Paul II ein Treffen mit Führern der Orthodoxen Kirchen angesetzt, welches just im Stift Heiligenkreuz stattfinden sollte, wo wir zum Mittagessen angemeldet waren. Zu unserem Glück wurde das Treffen kurzfristig abgesagt, es war auch ohne Papst und seinem Medien- & Security-Anhang sehr eng mit den vielen Bikes.

Während des gemeinsamen Mittagessen beider Motorrad-Truppen, mußten beide Spenden-Listen zu einer gemeinsamen vereint werden, die Listen und das Geld wurde erneut kontrolliert. Der Mittagswirt dieses Jahr war sehr gut auf den Biker-Ansturm vorbereitet und es wurden die Menüs sehr schnell serviert und zur vollsten Zufriedenheit, bei strahlendem Wetter, im Gastgarten geschmaust.

Danach ging es, kulinarisch gestärkt ins Landesjugendheim nach Pottenstein. Dort wurden die Teilnehmer von ca. 95 aufgeregten Kindern erwartet. Als wir ankamen stand die Sonne hoch am Himmel, es war heiß und alle Fahrer und Fahrerinnen waren froh aus der Lederkluft zu kommen.

Nach einer (wirklich) kurzen Begrüßung durch Fritz Sengstschmid, unserem Ansprechpartner im Heim, begrüßte auch der Bürgermeister Paul ........ die Biker mit den Worten: "... nachdem die Motorradfreunde untereinander alle "per Du" sind, begrüß' ich Euch, .... ich bin der Pauli!" Was dann folgte war eine rekordverdächtige Ansprache, die nicht zu enden schien, bis schlußendlich Ernstl höflich einschritt und darauf hinwies, daß die Veranstaltung für Kinder da ist und mit dem Reden sei es nun aus.

Während die mitgebrachten Spielsachen auf einen vorbereiteten Tisch plaziert wurden, sammelten sich hinter dem Gabentisch diverse Fotografen, die alles ablichten mußten. Der, bis zu diesem Zeitpunkt geheimgehaltene Spendenbetrag der 5. TOY-RUN wurde in letzter Minute durch eine "Amerikanische Versteigerung" erhöht. Das heißt: für einen festgelegten, aber nicht veröffentlichten Zeitrahmen wurden alle aufgefordert, kleine Spendengelder in einen Topf zu werfen. Der oder diejenige, die zuletzt eingeworfen hat, wenn diese Zeitspanne vorüber ist, hat den Gegenstand ersteigert. In unserem Fall war es ein "Ghetto-Blaster", den eine Elektronik-Firma gesponsert hatte und der von Mischa gewonnen wurde und sogleich den Kindern weitergeschenkt wurde.

Nicht nur die riesige Menge an mitgebrachten Spielsachen brachte die Kinderaugen zum Lachen, sondern auch die Möglichkeit mit den Motorrädern eine Runde zu fahren. Daraus wurde meistens mehr als eine Runde. Die Kinder hatten bald die Scheu verloren und entwickelten den Ergeiz, mit möglichst allen unterschiedlichen Motorrad-Marken mitzufahren. Als kleines Dankeschön für die Biker hatten die Kinder kleine Briefchen vorbereitet, die wiederum die Biker eifrigst sammelten. So war die Schlange der Motorräder mit Kindern am Sozius sehr lange und manche Erzieherin wollte wieder Kind sein und fuhr ebenfalls mit einem Motorrad eine Proberunde.

So viel Aufregung in der prallen Sonne macht natürlich durstig und die Mitarbeiter des Heimes und einige freiwillige Helfer verwöhnten die Biker mit einem reichhaltigen Buffet aus der Heimküche und manche schwärmen noch immer von den guten Mehlspeisen. Geleitet wurde das Pottensteiner Team von Fritz Sengstschmied, der zu unserer Verwunderung gar nicht der Direktor des Heimes ist sondern ein mehr als engagierter Verwaltungschef und deshalb für uns der "Direktor" ist und bleibt. Ehre wem Ehre gebührt. Durch die Veranstaltung war es dem Heim auch möglich der umliegenden Bevölkerung das Heim Pottenstein nahezubringen und so wurde der Tag der Toy-Run für viele ein unvergeßliches Erlebnis.

Nach dem obligatorischen Gruppenfoto waren alle zufrieden und glücklich, nicht nur bei strahlendem Sonnenschein einen wunderschönen Tag verbracht zu haben, sondern auch ein bißchen Sonnenschein ins Heim nach Pottenstein gebracht zu haben fuhren wir dann gegen 17 Uhr nach Hause.

Die Spendensumme von 117.000,- brachte den Kindern noch einmal Sonnenschein. Dadurch war es möglich, daß die Heim-Kinder in den Ferien 1998 zum ersten Mal ans Meer, nach Bibione, fahren konnten. Ungetrübte Stunden, die Dank der Biker möglich wurden. Für uns alle eine angenehmer Verpflichtung, auch in den kommenden Jahren, für die Kinder aktiv zu sein. Ein entsprechender Bericht über die 5. TOY-RUN in der Zeitschrift "Biker in Österreich" könnte mithelfen, in der kommenden Saison neue Teilnehmer zu gewinnen. TOY-RUN, Biker für Kinder!
Happy Moments
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letzte Aktualisierung: 27. Juni 14 · 14:28 Uhr