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27. April 2007 · TOY-RUN-Auftakt-Demo: Abstrampeln für einen guten Zweck


Wie viele Ereignisse am Rande, und die TOY-RUN selbst, sind sie eine "g'wachsene G'schicht". Man probiert etwas aus, es soll Spaß machen und gleichzeitig Sinnhaftigkeit besitzen. Wenn es den Leuten gefällt wird es im Jahr darauf wiederholt und mit der Zeit werden manche Dinge zur Tradition.

In den Anfängen der TOY-RUN gab es die verschiedenen, verrückten Wetten, bei denen, kurz vor den bevorstehenden TOY-RUNs über die Höhe der teilnehmenden Fahrzeuge gerätselt wurde. Je nachdem wer die Wette verlor, und das war zumeist Ernstl, mußte was lustiges tun. Beispiele: mit der Motorrad-Kluft durch eine Auto-Waschstraße, mit einem Puch-Maxi-Mofa in die "Kalte Kuchl" fahren, mit einem Kindertret-Auto um die Wiener Ringstraße fahren, ..... (nachzulesen und die Bilder dazu betrachten kann man im Bereich "Am Rande" (24.6.1999, 24.6.2000, 23.6.2001, ...). Das Einlösen der Wette war zumeist eine Woche nach der TOY-RUN und erregte oftmals viel publikumswirksames Aufsehen, deren Nachhaltigkeit aber nicht in das darauffolgende Jahr, als Werbezwecke hinübergerettet werden konnte.

In weiterer Folge wurden diese Form von Aktionismus auf einen Termin VOR der TOY-RUN verlegt, an den Saison-Anfang. Dies hatte zur Folge, daß man nicht nur Werbung für den bevorstehenden Juni-Termin machen konnte, sondern daß man viele treue TOY-RUN-Anhänger nach der Winterpause wieder trifft. Natürlich bemühte man sich, der, daraus entstandenen Auftakt-Demo, einen nachhaltigen Touch zu verleihen. So auch in diesem Jahr, als es hieß: abstrampeln für einen guten Zweck!

Freitag, der 27. April 2007, war ein herrliche Frühlingstag und gegen Abend beleuchtete die warme Abendsonne das Wiener Burgtheater , während von vis-a-vis, von seiner Turmspitze herab, der Rathausmann auf den Theatervorplatz hinunterblickte.
Gegen 19:00 Uhr füllte sich dieser Platz allmählich mit Motorradfahrern samt ihren Bikes. Inmitten der Motorräder, ein seltsam anmutendes Gefährt: ein Conference-Bike, auf dem sieben Personen, kreisförmig angeordnet sitzen und gleichzeitig in die Pedale treten können. Das Fahrzeug hat vier Räder und wird mittels einem Lenkrad gesteuert.
Mit dem bevorstehenden Demonstrationszug, beabsichtigten alle die gekommen waren, Aufmerksamkeit erzeugen. Nicht nur für die TOY-RUN, nicht nur für die schwächsten der Gesellschaft, die Kinder in Sozialeinrichtungen, sondern auch für jene Menschen, die in Sozialberufen arbeiten.
Mr. TOY-RUN faßte seine Beweggründe wie folgt zusammen: "Mit meiner Fahrt möchte ich nicht nur auf die bevorstehende TOY-RUN hinweisen, sondern auch aufzeigen, daß sich sowohl tausende Mitarbeiter in den verschiedensten Sozialberufen aber auch unzählige Freiwillige, NGOs (nicht-Regierungs-Stellen) und Initiativen in Österreich gerne und mit Leidenschaft für Bedürftige abstrampeln. Ob in Kinder- oder Altenheimen, in Spitälern, Geriatriezentren oder in Pflegezentren; ob in Großstädten oder kleinen Gemeinden: überall sind engagierte Menschen für ihre Mitmenschen und die Gesellschaft da, obgleich ihre Arbeit oft unbemerkt und manchmal auch ungedankt ist."

Das Conference-Bike wurde natürlich bestaunt und von einigen fachmännisch untersucht und beurteilt - so ein Ding sieht man ja nicht alle Tage.

Auch die Exekutive war gekommen, was bei einer angemeldeten Demo üblich ist. Ernstl begrüßte alle Anwesenden persönlich, und dann begaben sich alle gemeinsam zum Zaun, der den angrenzenden Burg-Park umschließt, um ein Gruppenfoto zur Erinnerung zu machen. Die inzwischen angekommenen Motorrad-Polizisten, die später den Konvoi begleiten sollten, gesellten sich auch zur Gruppe. So nutzte Ernstl die Gelegenheit, allen für ihr Kommen zu danken und legte dabei auch seine Gedanken zum Thema "Abstrampeln für einen guten Zweck" dar: " Es ist wie bei der TOY-RUN, man kann es aber auch auf viele andere Bereiche umlegen. Nur gemeinsam kommt man ans Ziel, im Gleichklang der Anstrengungen, alle leisten ihren Beitrag, einer muß die Richtung vorgeben, die anderen müssen dem Lenker vertrauen, zumal nicht alle sehen, wohin es geht. Für einen einzelnen ist es eine sehr große Anstrengung, mit vereinten Kräften geht's viel leichter und Spaß sollten alle Beteiligten dabei auch haben!"

Danach erklärte er noch den weiteren Ablauf und einige Hinweise zur Formation des Zuges und zur Sicherheit. Nun übernahm seine Frau Gerda, die gute Seele der Gelbjacken-Truppe, das Megaphon und stellte die "Mitstreiter" und "Strampelwilligen" für die besondere Fahrt auf dem Conference-Bike, vor: Robert (ein Schützling der MAG11, der Sozialeinrichtung der Jugendwohlfahrt Wien), Brigitte (seit vielen Jahren als Gelbjacke in der Crew), Edith (eine Nicht- Motorradfahrerin, die einfach als Gönnerin das Spendenkonto der "Biker für Kinder" füllte), 39er (als ehemalige Gelbjacke, war er ein Jahr zuvor nach Neuseeland ausgewandert und erst seit zwei Tagen wieder in Österreich); weiters Schurli (langjähriger TOY-RUN-Teilnehmer) und Tjaky (WEB-Mistress vieler Motorrad-bezogenen Internetseiten und langjährige Freundin der TOY-RUN), sowie Ernstl himself.

Ein kurze Einweisung durch einen Vertreter jener Perchtoldsdorfer Firma, die das besondere Fahrzeug für diese Demo zur Verfügung gestellt hatte und dann, nachdem alle ihre Sitzpositionen eingenommen hatten, ging es pünktlich um 19:30 Uhr los.

Der Verkehr auf der Wiener Ringstraße wurde angehalten, die Conference-Biker traten kräftig in die Pedale um das Vehikel in Bewegung zu setzen, gefolgt von unzähligen Motorradfahrer/innen, begleitet von der Polizei ging die Rundfahrt los, wobei die Prachtstraße ausschließlich dieser Demo gehörte, der restliche Verkehr mußte warten.

An der Spitze der Formation das TOY-RUN-Mobil 2007, dann mit etwas Abstand, das Conference-Bike und dahinter das beeindruckende Bild der hundertacht Motorräder, zwei Trikes, einer Beiwagenmaschine. Zwei Polizeiautos, das Einsatzfahrzeug der Wiener Linien, das, zur Crew zählende Begleitfahrzeug und sieben Weiße Mäuse sicherten den Zug. Helmut mit seinem Trike hatte als Beifahrer einen Kameramann und die beiden umschwirrten ständig den Konvoi, um alles bildlich zu dokumentieren.
Die Universität passierend, vorbei am Schottentor "rasten" die sieben Radler mit satten 15 km/h in Richtung Kai, es ging ja auch leicht bergab, Das Gefährt rollt fast von alleine vor sich hin.

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Mit vollem Einsatz sorgten die weißen Mäuse für gesperrte Kreuzungen. Über alle Spuren verteilt verfolgen teilweise wild aussehende und innerlich sehr warmherzige Biker, völlig diszipliniert die strampelnden Radler. Über den Kai ging es weiter in Richtung Urania. Hier wurde mit dem sieben-sitzigen Gefährt ein Zwischenspurt eingelegt. Ernstl hatte nämlich ein Radargerät entdeckt und wollte unbedingt ein Foto auch von dieser Kamera. Die unzähligen Bilder, die von den Motorradfahrern und dem am Ring flanierenden Publikum gemacht werden, reichten ihm wohl nicht. Aber so sehr sich die Strampler auch abmühten, ein höheres Tempo erlaubte das Fahrzeug, mangels Übersetzung, nicht.

Passanten, Autofahrer und Straßenbahnfahrgäste säumten mit erstaunten und lächelnden Gesichtern den Weg. Mit Hupkonzerten und winkenden Händen grüßten der Demonstrationszug die Schaulustigen. Die Abendsonne und das Licht der Motorradscheinwerfer zeichneten ein tolles Bild.

Mit nur mehr 10 km/h und beginnendem Muskelschmerz bewegen die Sieben das Conference-Bike in Richtung Schwarzenbergplatz.
Die Kulisse löste Faszination aus. Das Bild der Umgebung wirkte wie eingefroren. Beinahe starr blickten Passanten auf das Schauspiel. Vor dem großen Hotel versammelten sich Neugierige. Manche winkten, andere versuchten schnell ein Foto zu machen und der Rest blickt mit großen Augen auf den Troß.

Die kleinen, unbequemen, Fahrradsättel taten das ihre. Wehmütig vermißte so manche/r den bequemen, weichen, ausgesessenen Motorradsattel, mit dem man sonst unterwegs ist.

Aus den, parallel fahrenden, Straßenbahnen hörte man vielfach ein "Hopp-auf" und "gemma, tret's eine!" und öfters wurde als Zeichen der Zustimmung ein erhobener Daumen gezeigt.

Ernstl versuchte, wild gestikulierend, die bereits tolle Stimmung noch weiter anzukurbeln, während er und sein Team fest in die Pedale traten. Aus der Erfahrung früherer Ringrunden wußte Ernstl, daß die leichte, aber weit reichende Steigung der Strecke in Richtung Parlament, ist der härteste Teil der Strecke.

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Hoch motiviert ging es weiter, vorbei an der Oper, dem Kunst- u. Naturhistorischem Museum und dem Volksgarten. Beim Parlament hat es den Anschein, als blicken die Statuen ehrfurchtsvoll auf die rollende Masse.
Nach 27 Minuten war es geschafft. Die Radler und die begleitenden Biker waren beim End- und Ausgangspunkt der Auftakt-Demo, dem Burgtheater angelangt.

Keuchend und schweißgebadet kamen die Pedalritter am Parkplatz neben dem Burgtheater an. Kochend und blubbernd die Motoren der nachfolgenden Motorräder. "Das Ding war das anstrengendste, womit ich jemals gefahren bin", schnaufte Ernstl und seine Mitstreiter bekräftigten seine Aussage mit keuchendem Kopfnicken.

Noch außer Atem dankt Ernstl allen Teilnehmern, der Exekutive, dem Filmteam und Verleiher des Conference-Bikes für die Unterstützung, während Schlucki die Foto-Daten von verschiedenen Kameras auf seinen Laptop herunter lud.

Es war ein gelungener Auftakt, für die am 17. Juni 2007 stattfindende TOY-RUN. Zwecks gemütlichen Ausklang dieser Auftakt-Demo, bei einem netten Smalltalk und guter Live-Musik, fuhr man, natürlich diesmal mit Motorrad, abschließend in das, bei Bikern beliebte Lokal "Bierwaage".

Die häufigste Frage die dort diskutiert wurde: was werden sich die Gelbjacken für die Zukunft einfallen lassen und womit wird Ernstl wohl nächstes Jahr unterwegs sein?
Happy Moments
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letzte Aktualisierung: 27. Juni 14 · 14:28 Uhr